O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © Beate Kröhnert

Rund um die Freundschaft

LANGE NACHT DER KAMMERMUSIK
(Wolfgang Amadeus Mozart et al.)

Besuch am
7. Juni 2025
(Einmalige Aufführung)

 

Mozartfest Würzburg, Kaisersaal der Residenz Würzburg

Um den Mittel­punkt, das so genannte Kegel­statt-Trio von Wolfgang Amadeus Mozart in Es-Dur KV 498 rankt sich das wohl aufein­ander abgestimmte Programm bei einem langen Kammer­musik-Abend im Kaisersaal der Würzburger Residenz beim Mozartfest. Mozart hat es wohl für sich und seine Freunde 1786 geschrieben; er selbst spielte die Bratsche, seine Klavier­schü­lerin Franziska von Jaquin saß am Piano, und Mozarts Freund Anton Stadler übernahm den Part der Klari­nette, einem damals noch vergleichs­weise neuen Instrument. Eine ungewöhn­liche Besetzung; sie deutet darauf hin, dass das Ganze gedacht war als Aufführung für eine gelöste Stunde im privaten Freun­des­kreis. All das passt bestens zum Motto des diesjäh­rigen Festivals.

Als Einstimmung in den genuss­vollen Abend gibt es von Max Bruch drei sehr gefällige Stücke für Klari­nette, Viola und Klavier opus 83; sie stammen aus den Jahren 19089 und sind eigentlich so etwas wie ein Rückgriff auf klassische Klang-Vorstel­lungen, weich, roman­tisch; gleich in Nr. II kann Nils Mönke­meyer sein schönes Instrument von Philipp Augustin angenehm warm singen lassen mit sehnsüch­tigem Ton. Nach dem tänze­ri­schen Schluss kann William Youn in Nr. VI, einer Art Nacht­gesang, am Klavier drama­tische Akzente setzen; die Klari­nette von Sabine Meyer fügt melan­cho­lische Stimmungen hinzu, und in virtuosen, an Slawi­sches erinnernden Figuren endet alles. Die Nr. VII beginnt das Klavier spritzig, schnell; alles wirkt vergnügt in bester Laune, die Viola nimmt die Melodie der Klari­nette auf, bis alles schnell schließt. Die kleine Sonate Es-Dur des 15-jährigen Felix Mendelssohn Bartholdy MWV Q 15 für Klari­nette und Klavier betört durch den weichen, melan­cho­lisch beseelt singenden Klang der Klarinette.

Foto © Beate Kröhnert

Danach verströmt Mozarts Kegel­statt-Trio , das wohl nicht beim Kegeln entstanden ist, Poesie und beste Laune; die drei Instru­mente zeigen dabei im ersten Satz feine Abschat­tie­rungen unter­ein­ander, und das Klavier treibt mit hellen, frischen Anschlägen alles weiter zu einem tänze­ri­schen Menuett mit einem irgendwie nachdenk­lichen Trio, harmo­nisch im gegen­sei­tigen, feinsin­nigen Antworten, bis dann das Rondeau im eng verfloch­tenen Zusam­men­spiel von virtuosen Klavier­läufen, vollem, samtigen Bratschenton und variabel singender Klari­nette sich alles drama­tisch, stärker entwi­ckelt, gehalten von einem wunderbar abgestuften, inneren Rhythmus, bis zu einem Ende in bester Laune. Nach der Pause noch ein „Schmankerl“ Mozarts für eine ungewöhn­liche Besetzung, ein Quintettsatz F‑Dur KV 580b von 1789 für Klari­nette, Bassetthorn, gespielt von Reiner Wehle, und einem Streichtrio, harmo­nisch gebildet von Carolin Widmann, Violine, Viola, Nils Mönke­meyer, und Julian Steckel, Violon­cello, schwungvoll bewegt, in wiegendem Rhythmus, wobei die beiden Blasin­stru­mente mit ihren fein abgestimmten Klängen und die drei Streicher sich wunderbar ergänzen in anregenden Entspre­chungen. Darauf folgt dann Mozarts Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violon­cello Nr. 1 g‑Moll KV 478 von 1785, ein Jahr vor dem Figaro entstanden, in der Tonart, die Zeichen ist für eine angespannte Gefühlslage, was aller­dings nur im Anfangssatz zu hören ist, angeschlagen im zum Streicher-Trio gleich­be­rech­tigten Part des Klaviers; für die Zeitge­nossen war das als Unter­hal­tungs­musik ungewöhnlich und wurde von Mozarts Verleger abgelehnt.

Foto © Beate Kröhnert

Doch Mozart hat das gleich nach dem energisch fordernden Beginn wieder relati­viert durch die feinen Anschläge des Klaviers, die innerlich ausge­wogene Dramatik, den starken Impuls der Streicher unter­ein­ander und letztlich aufge­fangen im gefühl­vollen Andante, langsam, wie vorwärts tastend begonnen, mit delikaten, sanften Melodie­bögen der Streicher genussvoll inein­ander gesponnen. Das Rondo aber wird fast übermütig am Klavier begonnen, verströmt gute Laune, Grazie mit kostbaren, eleganten Streicher-Bögen und einem vom Klavier hell hinge­tupften Refrain-Thema.

Johannes Brahms Klavier­quartett Nr. 1 g‑Moll opus 25 stammt aus seiner Frühzeit, dem Jahr 1856, und weist einige Züge auf, die an Mozart erinnern. Im kraftvoll vom Klavier begon­nenen Allegro gibt es starke, drama­tische Akzente, angefangen vom Cello; aus der innigen Verflechtung der Instru­mente schält sich Melodi­sches heraus, sanft betont von der Viola, unter­brochen von lapidaren Klavier-Anschlägen und drama­ti­schen Steige­rungen ergibt sich der Eindruck innerer Zerris­senheit. Das wird vom folgenden Inter­mezzo aufge­nommen, klingt ab in dem sehnsüchtig schei­nenden, tragi­schen Satz mit auch zarten Empfin­dungen im beseelt singenden Trio bis zu einem heftigen, nachdrück­lichen Schluss. Dem folgt ein versöhn­liches Andante mit harmo­ni­schen Strei­ch­er­klängen, der wunderbar fein singenden Guada­gnini-Violine von Carolin Widmer, den starken Akzenten des Klaviers von William Youn, und alle dunklen Gedanken von vorher verschwinden in aufmun­terndem, festlichem Glanz mit einem ruhig schim­mernden Schluss. Dann aber, in einem Rondo alla zingarese mit einem äußerst geschwinden Presto bricht sich feurig „Ungari­sches“ Bahn, sehr straff, sehr geläufig, mitreißend wie im wilden Tanz des Csárdás, aufge­fangen vom sinnlich betonten, genuss­vollen Gesang der Streicher, in steter, ständig gestei­gerter Spannung, ungeheurer Verve und immer rasan­terem Tempo, bei stets beherrschter dahin­wir­belnder Schnelligkeit.

Da hält es das Publikum im voll besetzten Saal nicht mehr auf den Plätzen, und es feiert lange mit vielen Bravos die Künstler und einen solch begeis­ternden, stimmigen Abend.

Renate Freyeisen

Teilen Sie O-Ton mit anderen: