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Foto © Hartmut Sassenhausen

Power pur

BABIK‑Q
(Roman Babik)

Besuch am
28. Juni 2025
(Einmalige Aufführung)

 

Loch, Wuppertal

Der Wupper­taler Pianist ist in der Jazzszene längst etabliert. 1981 in der Nachbar­stadt Remscheid geboren und an der Folkwang-Univer­sität der Künste in die Lehre gegangen, wurde er mittler­weile mit zahlreichen renom­mierten Ehrungen ausge­zeichnet, darunter den Von-der-Heydt-Förder­preis der Stadt Wuppertal. Auf großen Festivals wie dem Den Haag Jazz Festival, dem North Sea Jazz Festival oder dem in Montreux war er zu Gast. Mit zahlreichen Kollegen, etwa Tony Lakatos und Bands, beispiels­weise Club des Belugas, hat der Dozent an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Wuppertal, und der Bergi­schen Univer­sität zusam­men­ge­ar­beitet. Seine eigene Urban Wedding Band ist weit über die Grenzen seiner Heimat­stadt bekannt. Nun hat er eine neue Band mit drei renom­mierten Musikern als Mitgliedern ins Leben gerufen und sie auf den Namen Babik‑Q getauft. Sie feiert im sozio­kul­tu­rellen Ort Loch eine umjubelte Premiere.

Foto © Hartmut Sassenhausen

Zum einen ist es Claus Fischer am E‑Bass, Jahrgang 1965. Lang ist die Liste an weltbe­kannten Musikern, mit denen er gespielt hat: Charlie Mariano, Randy Brecker oder Lee Ritenour. Auf über 350 Alben und an rund 900 Fernseh­sen­dungen hat er mitge­wirkt. Zum anderen sitzt Hendrik Smock am Schlagzeug, 1972 geboren. Er studierte unter anderem bei dem US-ameri­ka­ni­schen Musiker Bill Dobbins an der Musik­hoch­schule in Köln. Unter anderem stand er mit Michael Brecker, Gerd Dudek Guilty Simpson und Jeb Patton auf Konzert­bühnen. Last, but not least ist es Trompeter Daniel Migliosi, der Benjamin unter ihnen. Doch auch er hat mit seinen 21 Jahren bereits hohes Ansehen erworben. So konnte der Luxem­burger bereits mehrmals mit der WDR-Big-Band zusam­men­ar­beiten. Er war Mitglied des Bundes­jazz­or­chesters und der franzö­si­schen Big Band Orchestre National de Jazz. Schon als Jugend­licher gewann er mehrere Preise.

Die vier Vollblut­jazzer stehen nun zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne und entfachen ein musika­li­sches Feuerwerk nach dem anderen, unter­brochen nur von einer Pause, um sich von der an diesem Abend vorherr­schenden Tropen­hitze drinnen wie draußen ein wenig zu erfri­schen. Power pur ohne Unterlass liefern sie ab. Stehen zwischen­durch lyrisch-ruhige Momente und verhaltene Intros im Vorder­grund, sind dennoch immer leise sorgfältig-treibende Rhythmen, markante Harmonien oder groovende Basstöne mit dabei, musika­lische Ruhepole nicht zuzulassen. Präsen­tiert wird eine große Mischung aus der guten alten Zeit des Jazzrock, des Fusionjazz, durch­setzt mit einer gehörigen Portion aus Funk der 1970-er und 1980-er Jahre. Latent schimmert zu rockigem Schlagzeug der legendäre Pianist Joe Zawinul oder die Slapt­echnik des US-ameri­ka­ni­schen Bassisten Stanley Clarke durch. Auch lässt die legendäre Band Weather Report schön grüßen. Doch damit nicht genug. Denn die Zeit ist nicht stehen­ge­blieben. Hinzu gesellen sich komplexe Harmonien, teils chroma­tisch gerückt, aus dem Flügel hervor­kom­mende Teppiche an Akkord­re­pe­ti­tionen, Verlassen von rein tonalen Klängen gerade bei den hochvir­tuosen Soli der vier. Ein einziger ostinater, von Babiks Synthe­sizer erzeugter Ton reicht aus für sich gewaltig steigernde Dynamiken und rhyth­misch-kernigen Funk. Auch simple Drei-Ton-Motive reichen für solch treibende Prozesse aus. Das alles kontras­tiert balladesk-lyrische Melodien seitens des Pianisten und Trompeters mit seiner warmen bis scharfen Tongebung, die sich allmählich hochmu­si­ka­lisch-kreativ vom Piano hin zum dreifachen Forte druckvoll entwickeln.

Es sind inklusive einer Zugabe neun Nummern aus Babiks Feder, die trotz der hohen Tempe­ratur manche Beine nicht still stehen lassen und eine heiße Sohle aufs Parkett legen. Die Gäste im voll besetzten Club sind ganz aus dem Häuschen, applau­dieren und jubeln nach jedem Stück frene­tisch und sorgen für einen lang anhal­tenden Schlussapplaus.

Hartmut Sassen­hausen

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