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Foto © Hartmut Sassenhausen

Jazz straight ahead

MARKUS WIENSTROER FLYING SPIRITS
(Falk Grief­fen­hagen, Matthias Haus, Markus Wienstroer)

Besuch am
24. Februar 2025
(Einmalige Aufführung)

 

Wupper­taler Bühnen, Opernfoyer

Im Jazz ist es die Regel, dass Musiker in unter­schied­lichen und wechselnden Forma­tionen zusam­men­spielen. Es gibt zwar jahrelang existie­rende Bands, deren Besetzung sich nicht ändert. Doch auch ihre Mitglieder konzen­trieren sich nicht nur allein darauf, sondern spielen auch woanders mit, wenn es die Gelegenheit gibt. Nun hat der in Wuppertal wohnhafte Gitarrist Markus Wienstroer das Projekt „Flying Spirits“ ins Leben gerufen und dazu vier erstklassige Kollegen einge­laden, die das Angebot gerne annahmen. Im Rahmen der Reihe Jazzfoyer haben sie sich im voll besetzten Kronleucht­erfoyer des Wupper­taler Opern­hauses einge­funden, um für einen äußerst kurzwei­ligen Abend zu sorgen.

Foto © Hartmut Sassenhausen

Fünf gestandene Jazzer, die erstklassige Lebens­läufe vorweisen können, sind auf der Bühne präsent. Lang ist die Liste an Künstlern, mit denen Wienstroer auf den Gebieten des Rock, Pop und Jazz zusam­men­ge­ar­beitet hat: etwa Andrea Berg, Wolfgang Petry, Roland Kaiser, Marius Müller-Western­hagen, Wolf Maahn, Paquito D‘Riveran und dem Orchester von Klaus König. Saxofonist, Basskla­ri­nettist und Flötist Falk Grief­fen­hagen ist bekannt als Mitglied der Elektro-Popband Kraftwerk. Außerdem vermittelt er seinen großen Wissens- und Erfah­rungs­schatz als Dozent an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Auch Vibra­fonist Mathias Haus ist als Dozent tätig, im Fach Schlagwerk an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Wuppertal. Daneben hat er bereits mit Größen wie Steve Swallow, Carla Bley, Uri Craine, Karlheinz Stock­hausen, Hans Werner Henze und Mauricio Kagel zusammen, war an Urauf­füh­rungen weiterer renom­mierter Kompo­nisten beteiligt und ist Mitglied des Jazzensemble Düsseldorf. Walfried Böcker spielte als Jazzbassist mit Gerd Dudek, Helge Schneider, Wolfgang Engstfeld oder Alan Jones zusammen. Auch als Produzent etwa für Gil Ofarim und Jermaine Jackson war er tätig, an Aufnahmen für Filmmusik und als Komponist an etlichen Produk­tionen beteiligt. Fünfter im Bunde ist Schlag­zeuger Ralf Gessler. Er ist weltweit auf Konzert­podien zu Hause und war Gast beim North Sea Jazz Festival, der Jazz Baltica oder der Jazzwoche Burghausen. Auch seine Liste an namhaften Musikern und Bands ist lang, mit denen er bereits zusam­men­ar­beitete: Paul Heller, Dirk Raulf oder das Cologne Contem­porary Jazz Orchestra.

Foto © Hartmut Sassenhausen

An diesem Abend haben die fünf Vollblut­mu­siker sichtlich großen Spaß, zusammen zu musizieren. Drei von ihnen haben eigene Kompo­si­tionen mitge­bracht. Wienstroers Stücke heißen It’s Too Early, 8PM und Challenger. Haus hat seine Werke auf die Namen Bullfighters Diary Part 2, JED Song und So Senti­mental getauft. Laut seiner Worte gibt Grief­fen­hagen seinen Tonschöp­fungen keine Namen, sondern beschränkt sich nur auf Buchstaben und Zahlen: Also wurden von ihm G0, G1 und L2 gespielt. Viele Stile, die gerade in den 1970-er und 1980-er Jahren hoch im Kurs standen und auch heute noch sehr beliebt sind, stecken in den Stücken: eine gesunde Portion Jazz Rock, Fusion, Funk oder ein wenig Latin.

Man merkt es so gut wie gar nicht, dass die Band ihr Debüt feiert. Einmal hebt Böcker ein Noten­blatt in die Höhe, um sich zu verge­wissern, dass das darauf notierte Opus nun dran ist. Ein anderes Mal wird kurz gefragt, ob die Nummer direkt mit dem Thema beginnt. Ein weiteres Mal wirkt Haus am Anfang eines Stücks ein wenig unsicher, hat sich aber sofort wieder im Griff. Das war es aber auch schon. Auf den Punkt gebracht: Das Quintett spielt wie aus einem Guss. Vertrackte rasante Themen, seien sie rhyth­misch komplex, kommen im Unisono lupenrein von der Bühne. Intensiv, dicht, mit ungemein viel Kraft und Energie spielt es auf. Zack, man weiß, wo es lang geht, immer nach vorne. Kurzum: Straight Ahead Jazz pur ist zu erleben. Außerdem demons­trieren die Fünf ihre ganz große Klasse anhand ihrer Soli. Ihr durch­dachter, sensibler, musika­li­scher Aufbau hin zu höchster Virtuo­sität lässt keine Wünsche offen.

Das Publikum zeigt sich hellauf begeistert. So bedankt sich das Quintett für den nicht enden wollenden frene­ti­schen Beifall mit einer Zugabe aus Grief­fen­hagens Feder: G2.

Hartmut Sassen­hausen

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