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Foto © Hartmut Sassenhausen

Profunde, tragfähige Sologesänge

KRÖNUNGSMESSE
(Robert Schumann, Wolfgang Amadeus Mozart)

Besuch am
4. Mai 2025
(Einmalige Aufführung)

 

Sinfo­nie­or­chester Wuppertal, Histo­rische Stadt­halle Wuppertal

Die Reihe der städti­schen Chorkon­zerte ist seit zig Genera­tionen ein fester Bestandteil im Wupper­taler Musik­leben. Hervor­zu­heben ist in dem Zusam­menhang die Koope­ration des profes­sio­nellen Sinfo­nie­or­chesters Wuppertal der Kategorie A mit zwei Laien­chören: dem Konzertchor Wuppertal – vormals Konzertchor der Volks­bühne – und dem Chor der Konzert­ge­sell­schaft. Ohne allzu viel Werbung dafür waren die Konzerte im Großen Saal der Histo­ri­schen Stadt­halle durchweg ausver­kauft. Dieser Zyklus war Kult, wurde behandelt wie eine heilige Kuh und Chefsache. Geleitet wurden die Veran­stal­tungen von den General­mu­sik­di­rek­toren. Dann trat Toshiyuki Kamioka sein Amt als GMD der Stadt an. Bald befand er, dass das Niveau der beiden Vokal­ensembles dem des Orchesters nicht genüge und wollte ohne sie auskommen. Dem wurde von ganz oben Einhalt geboten. Trotzdem blieb die Angele­genheit nicht ohne Folgen. Die Zahl der Konzerte wurde von vier auf drei pro Spielzeit gesenkt. Die GMDs standen immer seltener vorne am Pult, in dieser und der kommenden Saison gar nicht. Erstmals in der Stadt­ge­schichte wird nach der Sommer­pause, in der letzten Spielzeit von Patrick Hahn als GMD mit einem Tabu gebrochen, indem nicht mehr allein die beiden Chöre, sondern eine der drei Veran­stal­tungen die Wupper­taler Kurrende verantwortet.

Während Kamiokas Ägide zog der Konzertchor Wuppertal die Reißleine und stellte sich trotz vehementer Wider­stände neu auf. Eine Überal­terung findet nicht mehr statt Neue Mitglieder müssen Chorer­fahrung vorweisen und vom Blatt singen können und dürfen nicht älter als Mitte 50 sein. Neben den Proben für Konzerte wird konti­nu­ierlich an der Gesangs­technik in Form von Einzel-Stimm­bildung gefeilt. Rund eine Stunde vor den öffent­lichen Auftritten findet ein inten­sives Einsingen statt. Resultat sind für Laien­sänger niveau­volle Darbie­tungen, wovon etwa deren gelungene Veran­stal­tungen der letzten Monate zeugen.

Foto © Hartmut Sassenhausen

Nun nimmt der Chor der Konzert­ge­sell­schaft auf dem Chorpodium Aufstellung, um das dritte und somit letzte Chorkonzert der Spielzeit mit zwei Messen zu gestalten. Und um es ganz unver­blümt auszu­drücken: Er muss aufpassen, dass nicht über ihn herge­zogen wird. Denn sein Gesangs­niveau lässt sehr viele Wünsche offen. Sowohl bei Robert Schumanns Missa sacra in c‑Moll als auch der allseits bekannten Krönungs­messe aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart sind etliche Intona­ti­ons­schwächen unüber­hörbar. Einsätze wackeln. Viersätzige Passagen klingen nicht lupenrein tonal. Obwohl das Sinfo­nie­or­chester Wuppertal im Forte und Fortissimo angemessen kulti­viert, also nicht zu laut, aufspielt, kann sich das von Georg Leisse einstu­dierte rund hundert­köpfige Vokal­ensemble ihm gegenüber nicht durch­setzen. Gastdi­ri­gentin Nil Venditti bemüht sich redlich, mit ihrem Dirigat die Choristen zur Höchst­leistung anzusta­cheln. Doch die vielen gesang­lichen Defizite bleiben weiterhin offen­kundig. Nur bei leisen, verhal­tenen Stellen kommen angemessen runde, ausge­gli­chene Weisen vom Podium.

Dagegen glänzen die vier Gesangs­so­listen – Sopra­nistin Ina Yoshikawa, Mezzo­so­pra­nistin Sophia Maeno, Tenor Andre Khamasmie und Bariton Simon Stricker – dank ihrer profunden, tragfä­higen und variablen Stimmen mit ausdrucks­starken Gesängen. Auch die städti­schen Sinfo­niker überzeugen unter Vendittis engagiertem Dirigat hier wie auch eingangs bei eingangs Schumanns Ouvertüre, Scherzo und Finale in E‑Dur opus 52. Sie begleiten die Sänger sensibel und präsen­tieren ausge­wogene, diffe­ren­zierte Klangbilder.

Es gibt zwar zum Schluss die in Wuppertal üblichen stehenden Ovationen im bei weitem nicht ausver­kauften Auditorium. Doch von großem Jubel kann keine Rede sein. Einer Person kommt angesichts der Chorleistung spontan das Wort „Debakel“ über die Lippen.

Hartmut Sassen­hausen

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