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Foto © Hartmut Sassenhausen

Schmissig mit viel Esprit

UNTERM KIRSCHBAUM
(Diverse Komponisten)

Besuch am
29. August 2025
(Einmalige Aufführung)

 

Bandfabrik, Wuppertal

Jedes Jahr im Sommer heißt es zu Beginn der neuen Schulzeit im sozio­kul­tu­rellen Ort Bandfabrik für ein verlän­gertes Wochenende Unterm Kirchbaum. Dann verwandelt sich der Garten vor dem Haus in Wuppertals östlichem Stadtteil Langerfeld für vier Tage in ein Open-Air-Gelände. Doch dieses Mal funken dunkle Wolken dazwi­schen, die im regen­reichen Bergi­schen Land gerne ihre Schleusen öffnen. Die Menschen hier, die bekanntlich den Regen­schirm mit in die Wiege gelegt bekommen, kennen das, lassen sich nicht irritieren. Dann findet das kleine Musik-Festival halt in dem gemüt­lichen Veran­stal­tungsraum statt. Unter anderem ist das Martin-Henger-Quartett aus dem Kölner Raum angereist und hat die gute alte Zeit des Jazz der 1930-er Jahre mitge­bracht. Damit erfreut es die Herzen der Gäste.

Es war die Ära des Swing, der Ende des Ersten Weltkriegs in den USA entstand und in der vierten Dekade des letzten Jahrhun­derts zu einem Massen­phä­nomen wurde. Parallel und passend dazu entstanden viele Tanzstile wie der Charleston, Shag oder Cakewalk. Die Big Bands und Tanzlokale waren richtig hip. Benny Goodman, Duke Ellington oder Glenn Miller sind nach wie vor Ikonen des Swing. Ende der 1920-er Jahre schwappte der Jazzstil über den Großen Teich nach Frank­reich. Er entwi­ckelte sich als Variante, Gypsy-Jazz, auch Jazz Manouche oder Sinti-Jazz genannt. Los ging es mit den Brüdern Pierre Joseph „Baro“, Sarane und Jean „Matelo“ Ferret, die den franzö­si­schen Gesell­schaftstanz Valse Musette mit Swing­ar­ti­ku­lation zu spielen begannen. Berühm­tester Vertreter dieser Richtung ist der franzö­sische Gitarrist, Komponist und Bandleader Django Reinhardt, der von 1910 bis 1953 lebte.

Foto © Hartmut Sassenhausen

Überwiegend Musik dieser Glanzzeit haben die vier Vollblut­mu­siker mit im Gepäck. Django Reinhardt kommt unter anderem mit Viper‘s Dream, Danse Norve­gienne oder Minor Swing daher. Von dem US-ameri­ka­ni­schen Jazztrom­peter Charlie Shavers gibt es Undecided aus dem Jahr 1938. Sein Landsmann Nat Simon schrieb 1936 die Ballade Pionciana. Songe d’Automne, das angeblich letzte Lied, das auf der Titanic während ihres Unter­gangs erklang, wird gespielt. Mit Brazil wird ein Abstecher nach Südamerika unter­nommen. Weitere Stücke sind unter anderem I Surrender To You und Made In France. Insgesamt werden 18 Nummern geboten, die für viel Kurzweil sorgen.

Das Publikum ist hin und weg. Ein Paar darunter schwingt sogar erstklassig-profes­sionell die Tanzbeine. Das liegt vor allem an dem bestens dispo­nierten Quartett. Den vier Instru­men­ta­listen ist nicht im Entfern­testen anzumerken, dass sie in dieser Konstel­lation zum ersten Mal zusam­men­spielen. Denn absolut homogen ist ihr Zusam­men­spiel, gespickt mit viel Esprit und Drive. Lupenrein erklingen die schnellen Titel. Auch die Balladen kommen sehr energe­tisch über die Bühne. Max Härtel faszi­niert mit einer schwungvoll-rhyth­mi­schen und einer harmo­nisch-soliden Gitar­ren­be­gleitung. Benjamin Garcia zupft dazu muster­gültig groovig seinen Kontrabass. Holger Werner beein­druckt mit einer variablen, schön-schlei­fenden Tongebung. Und Bandleader Martin Henger faszi­niert mit einem hochvir­tuosen Gitar­ren­spiel selbst bei wiesel­flinken Passagen. Hinzu kommen ihre geschmei­digen, brillanten Soli.

Folglich applau­dieren die hinge­ris­senen Besucher nach jedem Stück frene­tisch, wofür sich schließlich das Martin-Henger-Quartett mit einer Zugabe bedankt. Erneut schmissig geht es mit dem Hit Caravan von Duke Ellington aus dem Jahr 1936 zur Sache.

Hartmut Sassen­hausen

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