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WERTHER
(Jules Massenet)
Besuch am
8. September 2018
(Premiere)
Es ist gewiss reizvoll, wenn sich die im Aufwind befindliche Wuppertaler Oper neuen medialen Techniken, speziell der Videokunst, öffnet. In der letzten Saison ergaben sich so interessante Resultate im Umgang mit einer Barock-Oper von Caccini und einem Cage-Projekt. Was freilich zum Auftakt der Saison zu Jules Massenets Goethe-Oper Werther gezeigt wird, kann den rundum konzertanten Rahmen der Produktion nicht aufwerten. Das Video-Kollektiv fettFilm belässt es bei der Projektion eines idyllischen Wiesen-Bildes, das sich im Laufe der Jahreszeiten verändert und gelegentlich durch einige Einblendungen von Tanz- und anderen Genre-Szenen ergänzt wird. Brav eingerahmt wie der „Röhrende Hirsch“ prangt es wie ein biedermeierliches Accessoire über der Bühne. Eine statische Illustration, die durch die offenbar nicht vorhandene Personenregie in der Historischen Stadthalle in keiner Weise belebt wird. Die Solisten in konventioneller Abendgarderobe postieren sich vor dem Orchester und deuten ein paar Gesten an. Und zwar so verlegen, dass man auch auf sie verzichten könnte. Worin der Beitrag von Karin Kotzbauer-Bode zur „szenischen Konzeption“ bestehen soll, bleibt ein Geheimnis.
| Musik | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Gesang | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Regie | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Bühne | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Publikum | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Musikalisch sorgt John Nelson am Pult des Wuppertaler Sinfonierochesters vor allem für kräftige Töne, die die Sänger nicht immer schonen. Immerhin gelingt dadurch eine spürbare Steigerung der dramatischen Entwicklung bis zum Freitod Werthers. Dem orchestralen Druck halten die nahezu ausschließlich aus eigenen Reihen besetzten Solisten vorbildlich stand. Sangmin Jeon setzt als Werther mit seinem mühelos ansprechenden, flexiblen und dennoch durchsetzungsstarken Tenor der Produktion ein Glanzlicht auf. Dem steht Catriona Morison als Charlotte kaum nach. Und da auch Simon Stricker als Albert und Ralitsa Ralinova als Sophie keine Wünsche offenlassen, kann man sich angesichts der dürftigen szenischen Umsetzung wenigstens an gesanglichen Bestleistungen erfreuen.
Das Publikum in der nicht ausverkauften Stadthalle reagiert entsprechend begeistert auf die musikalischen Meriten. Insgesamt ein weiteres Beispiel dafür, dass konzertanten Produktionen auch mit technischen Mätzchen nicht zu helfen ist und im Grunde in einem gut funktionierenden Opernbetrieb auch nichts zu suchen haben.
Pedro Obiera