O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © Marco Borelli

Glutvoller Wohlklang

I DUE FOSCARI
(Giuseppe Verdi)

Besuch am
11. August 2017
(Premiere)

 

Salzburger Festspiele, Großes Festspielhaus

Plácido Domingo ist wahrlich ein Phänomen. Schon vor drei Jahren hat er sich mit Francesco Foscari aus Giuseppe Verdis Opern­ra­rität I due Foscari seine, man glaubt es kaum, 142. Opern­rolle angeeignet und schon im Theater an der Wien gesungen. Längst ist der Ausnah­me­sänger nicht mehr im Tenorfach, sondern als Bariton unterwegs. Jetzt mit seinen 76 Jahren spielt und singt er den alten, leidenden, schwäch­lichen Dogen Francesco Foscari, der seinen Sohn opfert, mit der ihm eigenen Inten­sität und ungeheuren Bühnen­präsenz, die ihres­gleichen suchen. Staunen macht noch immer sein samtiges Timbre in der Mittellage und seine ungeheure Stahl­kraft bei den emotio­nalen Ausbrüchen. Er ist und bleibt wie immer ein Ereignis und wird auch am meisten bejubelt.

POINTS OF HONOR

Musik
Gesang
Publikum
Chat-Faktor

Ihm zur Seite: Joseph Calleja als sein Sohn Jacopo Foscari mit seinem wunder­baren, einneh­menden Timbre. Mühelos, strahlend und kraftvoll klingt sein Tenor. Er weiß ihn sehr farbig und diffe­ren­ziert einzu­setzen.  Guanqun Yu als dessen Gattin Lucrezia, die die ursprünglich vorge­sehene Maria Agresta ersetzt, wirkt anfänglich etwas emotional unter­kühlt, kann aber dann doch mit Innigkeit, aber auch drama­ti­scher Attacke überzeugen. In der kleinen Rolle des Intri­ganten Jacopo Loredano singt Roberto Tagliavini mit mächtigem Bass und vielen bedroh­lichen Tönen, so wie es die Rolle eben erfordert. Untadelig sind auch die vielen, teils sehr kleinen Partien besetzt. Stimm­ge­waltig, klang­schön und sehr homogen hört man den Philhar­monia-Chor Wien, der von Walter Zeh einstu­diert wurde.

Foto © Marco Borelli

An der Musik kann es nicht liegen, warum Giuseppe Verdis I due Foscari so selten aufge­führt wird. Denn die ist durchaus mitreißend und glutvoll. Vor allem dann, wenn das Mozarteum-Orchester Salzburg unter dem mit packendem Zugriff agierenden Maestro Michele Mariotti sie genauso umsetzt.  Der italie­nische Dirigent vergisst aber dabei auch nicht auf die Raffi­nesse und den Farben­reichtum der Partitur.

Der Grund für die raren Auffüh­rungs­mo­mente von Verdis sechster Oper – die Urauf­führung war 1844 in Rom – dürfte das wenig geglückte Libretto von Francesco Maria Piave sein, das auf dem gleich­na­migen Drama von Lord Byron basiert, in dem sich politi­sches Unglück mit mensch­lichem paart. Denn die Handlung vom venezia­ni­schen Dogen, der seinen Amtseid über alles stellt und seinen eigenen Sohn wegen des später sich nicht bestä­tigten Mordver­dachts in die Verbannung schickt, was zu beider Tod führt, ist zum einem recht verzwickt und zum anderen eindi­men­sional und ohne drama­tische Höhepunkte. Zudem gibt es wenig Raum für hellere oder gar freund­liche Szenen. Nur mit einem überlegten Regie­konzept könnte man diesen Schwächen begegnen. Um dem auszu­weichen, hat man sich bei den Salzburger Festspielen offen­sichtlich entschlossen, das Werk gleich nur konzertant aufzu­führen, was in diesem Fall zu begrüßen ist.

Zum Schluss gibt es einhel­ligen und großen Jubel für alle und stehende Ovationen, ganz besonders wieder für den Star des Abends: Plácido Domingo.

Helmut Christian Mayer

Teilen Sie O-Ton mit anderen: