O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © Lorraine Wauters

Franzosen an der Spitze

Die musika­lische Leitung einer Oper ist ungleich komplexer als die eines Konzertes. Trotzdem gab es bislang nur Wettbe­werbe für Dirigenten, die im Konzert­be­reich ausge­tragen wurden. Die Opéra Royal de Wallonie Liège hat das jetzt geändert. Fazit nach dem ersten Wettbewerb: Es kann besser werden.

Pierre Dumoussaud – Foto © Lorraine Wauters

Wettbe­werbe für Dirigenten gibt es viele. Aller­dings beschränken sich die auf das Konzert­re­per­toire. Ein Wettbewerb für Opern-Dirigenten mit seinen beson­deren Anfor­de­rungen ist neu. Der erste inter­na­tionale Wettbewerb dieser Art – der Concours Inter­na­tional de Chefs d’Orchestre d’Opéra – ging jetzt im Lütticher Opernhaus zu Ende. Inspi­riert und organi­siert vom einfalls­reichen Inten­danten der Opéra Royal de Wallonie, Stefano Mazzonis di Pralafera, bewarben sich an die 50 junge Dirigenten aus allen Konti­nenten. Sechs schafften es in die letzten Runden und sie hatten Gelegenheit, sich mit voller Besetzung, also Gesangs­so­listen, Chor und Orchester, auf diverse Szenen aus populären, aber anspruchs­vollen Opern vorzubereiten.

Die prominent besetzte Jury, darunter der Dirigent Jesús López-Cobos, der Bariton Ruggero Raimondi und die neue Musik­chefin der Lütticher Oper, Speranza Scappucci, wählten drei junge Männer für das Final­konzert aus. Jeder hatte einen Akt aus einer der vorbe­rei­teten Opern zu dirigieren. Aller­dings Opern denkbar unter­schied­licher Machart, so dass für den Besucher des Final­kon­zerts ein Vergleich proble­ma­tisch blieb. Versi­chert wurde aller­dings, dass jeder Finalist im Verlauf des Wettbe­werbs mit allen drei Opern in Kontakt gekommen ist und die Leistungen aller Runden in die Wertung einflossen.

Der mit 10.000 Euro dotierte und einer eigenen Produktion an der Lütticher Oper verbundene erste Preis wurde nicht vergeben. Dafür können sich zwei Franzosen über einen zweiten Preis mit jeweils 4000 Euro freuen. Pierre Dumoussaud überzeugte mit dem letzten Akt der Carmen, ließ ein sicheres Gespür für den drama­ti­schen Gehalt des Stücks erkennen und legte am meisten von allen Wert auf eine feinere dynamische Diffe­ren­zierung. Die ist im zweiten Akt von Puccinis Bohème weniger gefragt, mit dem Antoine Glatard punkten konnte. Sicher hielt er den groß besetzten Apparat in Händen.

Der Italiener Michele Spotti gewann den mit 2000 Euro dotierten dritten Preis. Er hatte die etwas undankbare Aufgabe, mit dem ersten Akt aus Verdis Falstaff die diffi­zilsten Ensemble-Sätze auf Feinschliff zu bringen, was angesichts der begrenzten Vorbe­rei­tungszeit kaum möglich ist. Er suchte deshalb sein Heil in einem lautstarken Gewaltritt, der viele Feinheiten überspielte.

Bei aller Skepsis, ob die Vorbe­rei­tungs­zeiten einen verläss­lichen Eindruck von den Fähig­keiten der jungen Dirigenten zulassen, handelt es sich um ein inter­es­santes Experiment, das im dreijäh­rigen Turnus statt­finden soll.

Pedro Obiera

Teilen Sie sich mit: