O-Ton im Abonnement ist mehr!

Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.

Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.

Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.

O-Ton 

3-Monats-Abo

  • +3 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 16,-
 €

für jeweils 3 Monate

Unsere Top-Empfehlung!

O-Ton 

Jahres-Abo

  • +7 Tage gratis testen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 48,-

pro Jahr

O-Ton 

6-Wochen-Abo

  • sofort loslesen
  • keine Werbeanzeigen
  • jederzeit kündbar
  • Benachrichtigung bei neuen Inhalten
nur 9,-

für jeweils 6 Wochen

O-Ton 

Jahres-Mitgliedschaft

  • keine automatische Verlängerung
  • keine Werbeanzeigen
  • Zugang verfällt nach Ablauf
nur 48,-

für ein Jahr

Foto © O-Ton

Abschied von Hartmut Bauer

Im Alter von 79 Jahren ist Opern­sänger Hartmut Bauer nach langer, schwerer Krankheit in Eutin gestorben. Ein persön­licher Nachruf von Michael S. Zerban

Hartmut Bauer 2015 am Timmen­dorfer Strand – Foto © O‑Ton

Als wir uns kennen­lernten, war eigentlich schon klar, dass es eine Bekannt­schaft auf Zeit sein würde. Da kämpfte Hartmut bereits gegen sein Krebs­leiden. Aber wir hatten beide keine Lust, uns über Krank­heiten zu unter­halten. Schließlich waren wir als Juroren zum Gesangs­wett­bewerb am Timmen­dorfer Strand einge­laden, und da sollten die jungen Stimmen der norddeut­schen Musik­hoch­schulen im Vorder­grund stehen. Der Nachwuchs war dem Bassisten Hartmut Bauer immer wichtig, für den hatte er sich schon in seiner beruflich aktiven Zeit einge­setzt. Erzählte er in einem unserer Gespräche, aus dem später ein Beitrag entstand. Beim anschlie­ßenden Fototermin gelang es mir, seine Ausstrahlung einzu­fangen. Diese Mischung aus Würde und Humor, die ihn auf Anhieb so sympa­thisch erscheinen ließ, ja, Hartmut zeigte Haltung im Angesicht eines Schicksals, das am Ende so ungerecht wirkte.

Am 25. Februar 1939 in Kassel geboren, studierte Bauer an der Hochschule für Musik und Darstel­lende Kunst Frankfurt am Main. Von 1965 bis 1968 sammelte er erste Erfah­rungen am Stadt­theater Augsburg, ehe er an das Landes­theater Coburg wechselte. Bereits 1970 wurde er als Erster Bassist an die Oper Wuppertal berufen, der er 34 Jahre lang die Treue hielt und an der Sohn Jochen heute noch im Chor wirkt. Vater Hartmut wurde dort zum Ehren­mit­glied ernannt. Vom Wohnort Elberfeld trieb es ihn immer wieder in die weite Welt, nicht zuletzt nach Bayreuth. Dort sang er in den 1970-er Jahren drei Jahre lang. Auf die ganz große Karriere verzichtete er. Statt­dessen schenkten ihm Festan­stellung und Familie Sicherheit und mehr Glück, als es manchem „großen Künstler“ beschieden ist. Über die Jahre erarbeitete er sich ein unglaub­liches Reper­toire von der Barockoper bis zur Zwölf­ton­musik. Als er 1990 ein erstes Engagement zu den Eutiner Festspielen annahm, das er über 20 Jahre lang aufrecht­erhalten sollte, entdeckte er die geeignete Welt für den Ruhestand. Mit Ehefrau Renate zog er nach Fissau in ein Haus mit Blick auf den Kellersee.

Im vergan­genen Jahr blieb Hartmut zum ersten Mal der Jury fern. Sein Lebens­rhythmus stünde einer Teilnahme entgegen, erzählte Rainer Wulff, Künst­le­ri­scher Leiter des Wettbe­werbs, auf Hartmuts Wunsch. Am 27. Februar, zwei Tage nach seinem 79. Geburtstag, ist Hartmut Bauer von uns gegangen. In die Trauer mischt sich die Erinnerung an einen wunder­baren Menschen, der gedanklich noch lange mit uns am Juroren­tisch sitzen wird, weil er mit seinem Gesang nicht nur viel Freude in die Menschheit getragen hat, sondern auch gezeigt hat, dass es im Sänger­beruf mehr Erfüllung gibt als die „ganz große Karriere“. Danke Hartmut dafür, danke, dass es Dich gab.

Michael S. Zerban

Teilen Sie sich mit: