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Foto © Andreas Harbach

„Friedliche Festspiele“ mit Putin-Amigo

Die 108. Bayreuther Festspiele stehen im Faden­kreuz einer neuen Tannhäuser-Insze­nierung und des 100. Geburtstags von Wolfgang Wagner. Mit der perso­nellen Neuordnung bei der Leitung der Festspiele scheint auch Ruhe auf dem Grünen Hügel einzu­ziehen. Dazu passt, dass neben der einen Premiere nur Wieder­auf­nahmen zu sehen sein werden. Der Vorteil: Noch nie war es so leicht, eine Eintritts­karte zu bekommen.

Christian Thielemann – Foto © Maik Schuck

Fried­liche Festspiele“ wie im Vorjahr erwartet Presse­sprecher Peter Emmerich für die 108. Richard-Wagner-Festspiele, die am 25. Juli mit einer Neuin­sze­nierung des Tannhäuser eröffnet werden. Die langjäh­rigen Familien-Fehden um die Ablösung und Nachfolge Wolfgang Wagners sind in der Tat Geschichte, seitdem seine Tochter Katharina die Intendanz allein bestimmen kann. Ohne ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier und auch ohne Störfeuer von Seiten Nike Wagners aus dem rivali­sie­renden Wieland-Wagner-Clan. Nike Wagner macht sich derzeit unter anderem in Bonn als Inten­dantin des dortigen Beetho­ven­fests unbeliebt, indem sie ihre Weigerung, ihren im nächsten Jahr auslau­fenden Vertrag zu verlängern, mit der geringen „Aufge­schlos­senheit“ des Bonner Publikums begründete. „Bequem und altmo­disch“ sei es, „noch nicht im 21. Jahrhun­der­t­hundert angekommen.“

Ein harmo­ni­sches Einver­nehmen besteht dagegen zwischen Katharina Wagner und Christian Thielemann, dem erfah­rensten Bayreuther Dirigenten und seit zwei Jahren mit dem neuge­schaf­fenen Amt des „Musik­di­rektors“ betraut. Worin seine spezi­fi­schen Aufgaben bestehen sollen, bleibt zwar nach wie vor nebulös. Dass er sein Amt jedoch nutzen wollte, um missliebige, zu starke Platz­hirsche vom Pult des Festspiel­or­chesters fernzu­halten, ist ihm zwar zuzutrauen, bleibt aber reine Speku­lation. Immerhin wird den neuen Tannhäuser niemand Gerin­gerer als Valery Gergiev dirigieren, seines Zeichens Chef der Münchner Philhar­mo­niker und des Mariinski-Theaters St. Petersburg. Die Befürchtung, dass es aufgrund von Gergievs feind­lichen State­ments gegenüber Homose­xu­ellen und seiner engen Freund­schaft mit Vladimir Putin zu heftigen Protesten und Störungen kommen könnte wie unlängst in München, als sein Vertrag mit den dortigen Philhar­mo­nikern verlängert wurde, dürfte in Bayreuth unbegründet sein. „Hier gilt‘s der Kunst“. Und selbst künst­le­rische Provo­ka­tionen wie Frank Castorfs Ring-Insze­nierung werden längst nicht mehr mit Triller­pfeifen und Boykott-Aufrufen beant­wortet, sondern mit einer Zurück­haltung beim Karten­verkauf. So leicht wie in den letzten Jahren an die sonst heiß begehrten Karten für den Ring, das Herzstück der Festspiele, zu kommen, war es noch nie. Was sich mit der neuen Ring-Produktion im kommenden Jahr wohl ändern wird. Zumindest vorübergehend.

Dass es in Bayreuth nicht immer so friedlich zuging, daran könnte der 100. Geburtstag Wolfgang Wagners am 30. August erinnern. Dann sind die Festspiele zwar vorbei, aber am Vorabend der Eröffnung wird mit einem Festakt seiner Leistungen gedacht. Die Laudatio hält der langjährige Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender. Zudem wird eine Ausstellung im Richard-Wagner-Museum sein fast 60-jähriges Wirken auf dem Grünen Hügel dokumen­tieren. Titel: „Der Prinzipal. Wolfgang Wagner und die ‚Werkstatt Bayreuth‘.“

Die zurück­lie­genden zehn Jahre unter der Leitung seiner Tochter Katharina haben die Festspiele verändert: Unter Wolfgang Wagners eiserner Prinzi­pi­en­treue wäre es undenkbar gewesen, einen Star wie Anna Netrebko für zwei einzelne Auffüh­rungen einzu­laden und ihr die übliche Pflicht zur Teilnahme am gesamten Proben­verlauf zu ersparen. Wer Netrebkos Bayreuther Debüt hören möchte, kann sie als Elsa in den Lohengrin-Auffüh­rungen am 14. und 18. August erleben.

Auch sonst geht es, was die Besetzung angeht, lockerer zu. Den Lohengrin teilen sich Klaus Florian Vogt und Piotr Beczala, den Tristan Stephen Gould und Stefan Vinke. Stephen Gould wird zugleich die Titel­partie des neuen Tannhäuser singen. An der Seite der derzeit hoch gehan­delten norwe­gi­schen Sopra­nistin Lise Davidsen als Elisabeth.

Tobias Kratzer, Jahrgang 1980, insze­niert zwar erst seit elf Jahren Opern, hat sich jedoch als Wagner-Regisseur bereits einen schil­lernden Namen machen können. Den Tannhäuser insze­niert er nach neun Jahren zum zweiten Mal, wobei er mit der in Bayreuth gewählten ursprüng­lichen Dresdner Fassung andere Akzente setzen will als in der Pariser Fassung, die er in Bremen inszenierte.

Im letzten Ring-losen Jahr wird der neue Tannhäuser ergänzt durch Wieder­auf­nahmen des Lohengrin, der Meister­singer von Nürnberg, des Parsifal und von Tristan und Isolde.

Pedro Obiera

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