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Peisvergabe - Foto © O-Ton

Weit mehr als nur ein Wettbewerb

Alljährlich findet in Nordamerika die Classical Singer Convention statt. Gleich­zeitig Messe und Kongress, bietet die Zusam­men­kunft Gelegenheit zur Kontakt­pflege, Bewerbung und Talent­suche. In diesem Jahr treffen sich künftige Sänger, Profes­soren und Spezi­al­dienst­leister in Boston. Veran­stalter ist das Classical Singer Magazine.

Meister­klasse bei Deborah Voigt – Foto © O‑Ton

Es ist ein beein­dru­ckender Anblick: etwa 100 junge Sänger, die sich schon um sieben Uhr morgens anstellen, um eine Chance zu erhalten, sich um neun Uhr auf eine Liste für eine Meister­klasse einzu­tragen. Bei einer Pop-Ikone? Mitnichten. Wagner­sän­gerin Deborah Voigt wird höchst­per­sönlich mit einigen auser­wählten jungen Sängern arbeiten. Wo ereignet sich das? Bei der Classical Singer Convention, die einmal pro Jahr in einer ameri­ka­ni­schen Stadt stattfindet.

Dieses Jahr ist es Boston. In einem der großen Kongress­hotels kommen rund 1000 Sänger für fünf Tage aus den gesamten Verei­nigten Staaten und Kanada zusammen. Oft kommen sie mit ihren Lehrern oder einem Elternteil, weil sie noch unter 18 sind. Ab 15 dürfen sie schon in den diversen Kategorien teilnehmen:  High-School, Musik­hoch­schule oder junge Profes­sio­nelle, entweder in den Fachrich­tungen Musical oder Klassik. Es ist ein Wettbewerb, der schon Monate vorher in ihren Heimat­städten begonnen hat. Wenn sie die Anfangs­runden geschafft haben, kommen sie nach Boston und haben hier die Gelegenheit, an über 125 Präsen­ta­tionen, Meister­kursen, Vorsingen-Vorbe­rei­tungs­klassen und mehr teilzunehmen.

Hier wird Geld verschenkt

In Boston werden die Endrunden abgehalten und die Preise ausge­händigt. Insgesamt ist das Preisgeld nicht übermäßig hoch – gerade mal 21.000 US-Dollar.  Was das Besondere ausmacht, sind die Stipendien: es werden Stipendien im Wert von 2,1 Millionen Dollar vergeben. Dazu muss man wissen, dass die meisten privat­fi­nan­zierten Musik­hoch­schulen in den USA viel kosten:  Die besten wie Juilliard in New York verlangen um die 70.000 Dollar pro Jahr, inklusive Unter­brin­gungs­kosten in einer Studen­ten­un­ter­kunft. In den meisten Fällen werden Teilsti­pendien vergeben, damit die finan­zielle Last gemildert und die Leistung anerkannt wird. Bei einem vierjäh­rigen Studium kommen schnell 300.000 Dollar zusammen.  Kein Wunder, dass in den meisten bürger­lichen Familien gleich bei Geburt eines Kindes ein Sparkonto angelegt wird, auf das dann Eltern und Verwandte zu jeder passenden Gelegenheit etwas einzahlen mit dem ausdrück­lichen Zweck, ein Studium zu finan­zieren – gleichwohl, ob es Musik, Physik oder Sport sein wird.

Der Wettbewerb ist der eine Aspekt der Classical Singer Convention. Die Messe und Hochschul­börse der andere. In einem Ballsaal des Hotels werden Tische aufge­stellt und es kommen etwa 80 Insti­tu­tionen aus dem ganzen Land zusammen.  Ziel ist ein gegen­sei­tiges Kennen­lernen. Passen die Ziele der Schule zu denen des Studenten oder umgekehrt? Will der Student in einer pulsie­renden Metropole leben wie New York oder San Francisco oder eher in einer Klein­stadt wie Bloomington, Indiana? Wer lehrt wo, und passt der Professor? Was sind die Leistungen, die von dem Studie­renden erwartet werden, welche Möglich­keiten kann die Hochschule anbieten, beispiels­weise an prakti­scher Bühnen­er­fahrung? Sind die Noten gut genug, dass der Student an der ausge­wählten Schule eine Chance hat, angenommen zu werden? Natürlich sind das auch die Kriterien, die für die Auswahl einer deutschen Musik­hoch­schule gelten, aber wenn dann noch die finan­zielle Kompo­nente dazu kommt, macht es doch einen gewal­tigen Unter­schied, welche Insti­tution ausge­wählt wird.

Auf dieser Ausstellung oder Messe findet man auch noch andere Anbieter.  Zum Beispiel gibt es Kursan­gebote, die sich auf Aussprache spezia­li­sieren – Deutsch ist bekanntlich eine schwere Sprache, aber genauso Italie­nisch oder Franzö­sisch. Wie kommt ein junger Sänger voran, der keinen Agenten findet, wie kann er sich erfolg­reich im Internet bekannt machen, wie meistert er den geschäft­lichen Teil der Karriere oder gar den psycho­lo­gi­schen Druck?  Dafür gibt es Spezia­listen, die auch hier die Gelegenheit haben, für ihre Dienste zu werben.

Im Dienst der guten Sache

Veran­stalter der Classical Singer Convention ist das Classical Singer Magazine. Es begann im Jahr 1988 als The New York Opera Newsletter. Jahrelang vermit­telte es seinen Abonnenten tiefe Einblicke in die New Yorker Opern­szene. Das Interesse am Newsletter wuchs rasant, und die Nachfrage nach mehr Infor­ma­tionen von Opern- und klassi­schen Sängern förderte eine Umwandlung. 2003 übernahm Mark J. Stoddard den Newsletter und benannte ihn in Classical Singer um. Im Jahr 2011 stellte Classical Singer seine eigene Website für Vorsingen, Auditions Plus, auf.  Mittler­weile sind diese Sparten in CSMusic​.net integriert um alle Angebote unter einem Dach zu bieten:  Es geht nicht nur um klassi­sches Opern­singen, sondern auch Musik­theater, Jazz und mehr werden angeboten. Auditions Plus umfasst Vorsingen, Wettbe­werbe, Sommer­pro­gramme, Hochschul­pro­gramme, junge Künst­ler­pro­gramme und Sänger­profile. Es ist schnell zu einer lebens­wich­tigen Quelle für Sänger und Lehrer geworden, die nach bezahlten Jobs, Freiwil­li­gen­ar­beits­plätzen und Ausbil­dungs­mög­lich­keiten Ausschau halten. CSMusic verzeichnet mehr als 150.000 Seiten­an­sichten pro Monat auf der Webseite und verschickt das monat­liche Heft an über 6.000 Abonnenten.

Die Classical Singer Convention ist der jährliche Höhepunkt der Aktivi­täten, bei dem reger Austausch an Infor­ma­tionen und Erfah­rungen, Gesangs­kunst und Kommerz, akade­mi­scher Ansporn und jugend­liche Hoffnungen zusammen treffen.

Zenaida des Aubris

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