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Bildschirmfoto

Strukturen festlegen

Die Hilfen für „Soloselbst­ständige“ kommen viel zu langsam, aber sie kommen. 185 Millionen Euro will die Landes­re­gierung Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr zusätzlich ausgeben, um die Kultur im Lande zu unter­stützen. Beim Kultur-Talk Köln äußerte sich die Kultur­mi­nis­terin Isabel Pfeiffer-Poensgen darüber, wie das Geld vielleicht ausge­geben werden könnte.

Isabel Pfeiffer-Poensgen – Bildschirmfoto

Wie peinlich ist das denn? Da stellt sich die Minis­terin Isabel Pfeiffer-Poensgen einem Interview über existenz­si­chernde Gelder für so genannte Soloselbst­ständige in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung, und der befra­gende Journalist hat nichts anderes zu tun, als sich in Gender-Klauseln zu verheddern? Keine fünf Minuten währt der zweite Kölner Kultur-Talk, den der Kultur­kanal 20–20.live aufgelegt hat, als man die Übertragung aus dem Kunsthaus Rhenania abstellen möchte. Der Minis­terin gegenüber sitzt Peter Grabowski, der den Blog Der kultur­po­li­tische Reporter betreibt. Dass der Blog vor Recht­schreib­fehlern strotzt, mag hier keine Rolle spielen, aber dass Grabowski in der mündlichen Rede, die er zunächst mühsam vom Blatt abliest, der deutschen Sprache nicht mächtig ist, ist einfach peinlich. Nebenbei verfehlt er damit vollkommen den Fokus des Gesprächs, so dass es sogar der Minis­terin zu viel wird.

Dabei ist das Thema des Gesprächs, das eine Stunde währt, spannend, so lange sich die Minis­terin äußert. Und eigentlich möchte man Christina und Gerd von Richt­hofen gratu­lieren, dass sie ein solch aktuelles Thema in ihrem Kultur­kanal präsen­tieren. Die Sprache des „Reporters“ aller­dings ist unver­ständlich, schließt Menschen aus, die sich nach den Sprach­regeln des Dudens verstän­digen. Damit dürfte wohl die Mehrheit der Menschen gemeint sein. Pfeiffer-Poensgen schlägt sich dagegen prächtig, ignoriert die sprach­lichen Unzuläng­lich­keiten des Befra­genden und liefert Antworten, die für die Kultur in Nordrhein-Westfalen Mut machen.

185 Millionen Euro will das Land Nordrhein-Westfalen locker machen, um endlich der Kultur in Nordrhein-Westfalen Auftrieb zu geben. Das wurde während einer Internet-Konferenz mit dem Minis­ter­prä­si­denten Armin Laschet einem begrenzten Kreis von 15 Betei­ligten bekannt­ge­geben. Ein merkwür­diges Verfahren, das Pfeiffer-Poensgen mit techni­schen Begren­zungen begründet. Entschieden hat sich die Landes­re­gierung für ein „Stipen­di­en­ver­fahren“, nach dem Künstler sich mit Vorhaben bewerben können. 15.000 von ihnen können dann mit einem Stipendium von 7.000 Euro rechnen. Nach welchen Kriterien das Geld verteilt wird, weiß Pfeiffer-Poensgen auch noch nicht. Generell steht erst mal die Entscheidung fest. Bei der Durch­führung muss sich das Kultur­mi­nis­terium erst noch einiges ausdenken. 7.000 Euro für ein voraus­sichtlich mehr als einjäh­riges Auftritts­verbot klingt nicht mehr ganz so glamourös, aber besser als nichts.

Peter Grabowski – Bildschirmfoto

Während sich Grabowski über Veran­stalter innen, also nicht die von außen, auslässt, beschäftigt sich die Minis­terin damit, überzeugend darzu­legen, dass sie sich sehr wohl mit den Nöten der freibe­ruf­lichen Künstler auskennt und intensiv nach Lösungen für deren Notlage sucht. Das klingt ebenso glaub­würdig wie ihre Vision, für sämtliche Künstler struk­tu­relle Lösungen zu finden, die sie vor kommenden Krisen bewahren. Dass sie die Gelegenheit nutzt, die Kultur­dichte in Nordrhein-Westfalen zu feiern und sie zu genießen, sei ihr gegönnt.

Ermutigend ist jeden­falls, dass Pfeiffer-Poensgen nicht nur die insti­tu­tio­nelle Kultur berück­sich­tigen will, sondern auch einen Blick auf die so genannte Freie Szene hat. Ihre Botschaft ist klar: Wir kümmern uns, wenn wir uns auch im Moment noch mehr damit beschäf­tigen, wie wir das machen.

Dass die Minis­terin nach drei Jahren ungemein gut vernetzt ist, macht Mut. Sie ist eine der wenigen Politiker, die auf echten Dialog und damit auch ein Zeichen setzt. Innerhalb der Stunde kann sie nicht nur vermitteln, dass sie die ganze Bandbreite der Kultur im Blick hat, sondern auch, welche Bedeutung für sie der Wert der Kunst­freiheit hat. Auch wenn es bei der Verteilung des Geldes sicherlich mit Haken und Ösen zugehen wird, verdient die Arbeit dieser Frau Vertrauen. Ein seltener Akzent in dieser Zeit.

Die Blamage Grabowskis fällt auf den Kultur­kanal 20–20.live zurück. Jemand, der sich der deutschen Sprache nicht mächtig zeigt, ist mögli­cher­weise nicht so geeignet, einen Kultur­kanal zu vertreten, der sich gerade im Aufbau befindet.

Michael S. Zerban

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