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Christophe Rousset - Foto © Opéra Royal de Wallonie

Herzenswunsch eines verdienten Intendanten

Es war ein inniger Wunsch des vor vier Monaten verstor­benen Inten­danten Stefano Mazzonis di Pralafera, zum Höhepunkt der Jubilä­ums­saison der Lütticher Oper Mozarts Così fan tutte zu präsen­tieren. Und zwar unter der musika­li­schen Leitung des von ihm besonders geschätzten franzö­si­schen Dirigenten Chris­tophe Rousset, der in Lüttich bereits mit der Entführung aus dem Serail und Le Nozze di Figaro für Stern­stunden gesorgt hat. Szenisch lässt sich das Projekt zwar nicht umsetzen, dafür hat jetzt Rousset im Lütticher Opernhaus mit einem exzel­lenten Gesangs­en­semble Mozarts Oper für eine konzer­tante Streaming-Produktion aufge­nommen, die ab dem 5. Juni abgerufen werden kann.

Chris­tophe Rousset – Foto © Opéra Royal de Wallonie

Vor 200 Jahren wurde das Opernhaus in Liège gegründet. Mit einer außer­ge­wöhnlich reich bestückten Jubiläums-Saison wollte Mazzonis di Pralafera dieses Ereignis zugleich als krönenden Abschluss seiner erfolg­reichen Intendanz feiern. Die Pandemie verhin­derte das meiste und letztlich auch sein überra­schender Tod. Umso größeres Gewicht kommt dieser großen, musika­lisch präch­tigen Mozart-Produktion zu, bevor man im September unter hoffentlich besseren Bedin­gungen wieder live vor Publikum ambitio­nierte Pläne von Tschai­kowskys Eugen Onegin bis Verdis Simon Bocca­negra reali­sieren will. Die Auswahl-Prozedur zur Nachfolge Mazzonis di Pralafera, der das Haus mit glänzenden Beset­zungen vokal auf inter­na­tio­nales Niveau gestemmt hat, läuft auf vollen Touren. Die Hypothek, die Mazzonis damit seinem Nachfolger hinter­lassen hat, ist nicht leicht. Verlassen kann sich der neue Chef aber auf ein exzel­lentes Orchester und einen ebenbür­tigen Chor, womit auch renom­mierte Gäste wie eben Rousset gerne arbeiten.

Chris­tophe Rousset, geboren 1961 in Avignon, hat zunächst als Cembalist nahezu aller namhaften Spezial-Ensembles von der Musica Antiqua Köln bis zur belgi­schen Le Petite Band und der Londoner Academy of Ancient Music reiche Erfah­rungen mit histo­ri­schen Auffüh­rungs­prak­tiken sammeln können. Als Assistent von William Christie und dessen Les Arts Floris­sants wechselte er zur Ensem­ble­leitung. 1991 gründete er in Frank­reich sein eigenes Ensemble Les Talens Lyrique, mit dem er unter anderem den Sound­track zum Film Farinelli einspielte und unzählige Barock-Opern in maßstab­set­zenden Inter­pre­ta­tionen reali­sierte. Seit einigen Jahren ist er mit denkwür­digen Produk­tionen von Opern Antonio Salieris hervor­ge­treten, Mozarts mächtigem Kollegen und Konkur­renten am Wiener Kaiserhof.

In einem Gespräch am Rand der Aufnahme von Così fan tutte äußert sich Rousset zum Stück und zur Produktion.

Così fan tutte ist die dritte Mozart-Oper, die Sie in Lüttich dirigieren. Was verbindet Sie mit dem Lütticher Opernhaus?

Die erste und engste Verbindung entstand durch die Begegnung mit dem verstor­benen Inten­danten Stefano Mazzonis di Pralafera. Er schätzte meine Mozart-Inter­pre­ta­tionen. Über mehrere Jahre hat sich ein hervor­ra­gender Kontakt zum Orchester einge­stellt, das meine Vorstel­lungen gut umsetzen kann.

Sie verfügen über reiche Erfah­rungen mit histo­ri­schen Auffüh­rungs­prak­tiken. Was davon lässt sich mit einem nicht-spezia­li­sierten Opern­or­chester wie dem des Lütticher Hauses umsetzen?

Es kommt darauf an, die Sprache der Musik zu verstehen, ihren Rhythmus, die melodi­schen Verläufe und ihren Geist. Das lässt sich mit jedem guten Orchester realisieren.

Sie haben sich intensiv mit Antonio Salieri beschäftigt, dem Musik­di­rektor des Wiener Kaiserhofs und einer der mächtigsten Kollegen und Konkur­renten Mozarts. Hat die Arbeit mit Salieri Ihre Sicht auf die Opern Mozarts verändert?

Und ob. Wir schätzen zwar Mozart, mit Recht, höher ein als Salieri. Aber Salieri war es, der das Musik­theater gewandelt und weiter­ent­wi­ckelt hat. Mozart war kein Neuerer, sondern hat vieles von Salieri und anderen Kollegen seiner Zeit absor­biert und zu höchster Meister­schaft gebracht. Ich sehe Salieri als visio­nären Bahnbrecher für das Musik­theater der Zukunft, in Mozart den Vollender.

Was faszi­niert Sie an Mozarts Così fan tutte?

Die raffi­nierte Einfachheit, mit der Mozart einen beson­deren Klang erzeugt und die feinsten Gefühls­re­gungen und Stimmungs­wechsel der Figuren zum Klingen bringt. Darin ist er einzigartig.

Sie bereiten auch ein Konzert-Recital mit Symphonien und Konzert-Arien von Mozart vor. Von welchen Aspekten haben Sie sich bei der Zusam­men­stellung leiten lassen?

Ich liebe seine Symphonien, habe aber auf die letzten drei Symphonien verzichtet und statt­dessen die Pariser und die Haffner-Symphonie gewählt, die zwar auch berühmt sind, aber gar nicht so oft gespielt werden. Und sie eignen sich besonders gut für ein Orchester, das sich zur gleichen Zeit mit Così fan tutte beschäftigt. Und die Konzert-Arien sind wunderbare Musik, im Grunde sind es Opern-Arien. Eine davon war von Mozart als Alter­native für Così fan tutte vorge­sehen. Und mit so fantas­ti­schen Sängern wie in Lüttich macht es Freude, diese anspruchs­vollen Werke in Erinnerung zu rufen.“

Wie von der Lütticher Oper gewohnt, hat man auch diesmal auf eine glänzende Besetzung geachtet. Es singen Cyrille Dubois, Leon Košavić, Maria Rey-Joly, Lucia Cirillo, Sophie Karthäuser und Lionel Lhote. Die konzer­tante Aufführung wird vom 5. bis 15. Juni online gezeigt. Ab dem 10. Juni kann auch das Konzert mit Chris­tophe Rousset und dem Orchester der Lütticher Oper abgerufen werden. Auf dem Programm stehen dann Werke von Mozart sowie vier Konzert­arien mit dem Tenor Cyrille Dubois und dem Bariton Leon Košavić.

Pedro Obiera

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