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Ein einmaliges Ausbildungsprogramm in München will jungen Künstler das Rüstzeug zur Karriere geben, und ein begeistertes Publikum darf von den Darbietungen profitieren.

Hoch ist die Zahl der jungen Nachwuchssänger und dementsprechend schwierig auch der Aufbau der persönlichen Karriere und die persönliche Weiterentwicklung, sei es gesanglich, schauspielerisch allgemein oder auch im spezifischen Einstudieren von Rollen und den damit verbundenen Auftrittserfahrungen im Lebenslauf. Eine Fülle von Themen, die ein speziell von dem Verein Theater Werkmünchen mittlerweile nicht nur für Schauspieler, sondern auch für Sänger angeboten wird. Dank finanzieller Unterstützung des Kulturreferats können sich zweimal im Jahr engagierte, hochmotivierte junge Künstler genau für diese wichtigen Fragen und Aufgaben durch vielfältige Kurse wie Sprechausbildung, Körpertraining, Persönlichkeitsbildung, Korrepetition mit Vocalcoach vorbereiten und weiterbilden. Szenische Opernabende gehören praxisbezogen ebenso dazu wie organisiertes Vorsingen bei Agenturen. Hohe Ansprüche und Erwartungen an das Kursprogramm, das mit Begeisterung und Erfolg von den jungen Nachwuchstalenten dankbar angenommen wird.
Durch Mundpropaganda sind Omar Garrido, der jetzt in Würzburg lebt, oder Isabell Schmitt aus Stuttgart auf das Angebot aufmerksam geworden und mit konkreten Vorstellungen auf die Organisatorin dieser Kurse, der engagierten und quirligen Regisseurin Kristina Wuss herangetreten. Der mexikanische Tenor möchte für sich die Rolle des Rigoletto einstudieren und szenisch erfahren. Die Sopranistin, die auf mehrjährige Erfahrung an der Staatsoperette in Dresden zurückblickt, möchte den Einstieg in das Opernfach schaffen.
„Es sind die Ideen und Wünsche der Künstler, die den Ablauf des Kurses und insbesondere auch den szenischen Abend am Ende des Kurses bestimmen“, erläutert Kristina Wuss, die deshalb vor einer anspruchsvollen Regieanforderung für einen bunten szenischen Opernabend steht. So kommt ein Strauß von Wünschen unterschiedlicher Rollen und Komponisten zustande, der in einen runden, unterhaltsamen Opernabend mit schlüssigem Konzept und Ablauf münden soll. Die finanziellen Mittel sind trotz Förderung begrenzt, so muss improvisiert und „das Netzwerk an bestehenden Kontakten intensiv genutzt werden“. Ehemalige Teilnehmer helfen genauso wie junge Musiker, Beleuchter und erfahrene Gesangssolisten, darunter auch Kammersängern Felicia Weathers.
„Ziel des szenischen Konzeptes für die Interpreten ist das Entdecken von Neuland“, verrät der Programmzettel und listet unter anderem zwölf Gesangssolisten, eine Puppenspielerin und verschiedene Instrumentalisten auf.
Der König lacht heißt der Titel der Aufführung, Wagner-Verdi-Strauss-Zirkus der Untertitel und lässt bereits ein paar Ahnungen zu. Die Seniorenresidenz Augustinum München-Nord verfügt über einen eigenen Theatersaal, der 400 Besuchern Platz bietet, die gewünschte Umgebung darstellt und die notwendige professionelle Atmosphäre vermittelt. Ausnahmsweise findet hier die Aufführung statt, die Heimatbühne von Theater Werkmünchen befindet sich im Kreativquartier an der Dachauer Straße in München, wo auch elf weitere Aufführungen vorgesehen sind. Hell ausgeleuchtet ist die Bühne, weiße Vorhänge kleiden den Hintergrund, ein paar Sessel stehen herum. Der Zirkusdirektor in Frack und Zylinder ist auf der Suche nach einem Clown und moderiert hieraus den Abend aus Gesangseinlagen unterschiedlicher Werke. Hier ist der Hofnarr Rigoletto natürlich richtig, und Omar Garrido kommt zu seinem Rollendebüt ebenso wie Isabell Schmitt als seine Tochter Gilda. Und die beiden geben große Teile des ersten Aktes der Oper Giuseppe Verdis gekonnt wieder. Szenen aus Manon von Jules Massenet und der Zwist Fricka und Wotans aus der Walküre von Richard Wagner ergänzen das muntere Zirkusleben. Dynamisch laufen die Szenen ab, und es springt der Theaterfunke mit den jungen, engagierten Künstlern auf das Publikum über. Ein Puppentheater begleitet die Rahmenhandlung mit amüsanten, charmanten Einlagen. Das Publikum bedankt sich herzlich und die jungen Künstler sind ihren Karriere-Träumen ein Stück nähergekommen.