O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken

Immer noch ist die Kultur in weiten Bereichen vollkommen unterfinanziert. Die Schäden des Raubbaus an den Budgets vor allem in Theatern und Orchestern der vergangenen Jahre sind noch gar nicht abzusehen. Aber ein Blick auf die aktuellen Zahlen, die das Statistische Bundesamt in seinem Spartenbericht Musik Anfang Februar veröffentlichte, macht Hoffnung auf eine Kehrtwende.

Wer glaubt, das Statistische Bundesamt Wiesbaden sammle und sortiere nur trockene Zahlen, wird schnell eines Besseren belehrt. Sobald man sich traut und zumutet, sich einmal in solche Zahlen und Tabellen zu vertiefen, beginnt man zu staunen. Und die Alltagsrelevanz und kulturpolitische Bedeutung dieser Zahlen wird offenkundig.
Mit seinem Spartenbericht Musik liefert das Statistische Bundesamt Anfang Februar 2019 nach längerer Pause endlich wieder Zahlenmaterial zum Musikbereich von Profis und Laien. Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, sieht darin einen wichtigen Schritt, „um die Diskussionen und Argumentationen in vielen Bereichen der Kulturpolitik zu versachlichen.“ Die Kulturausgaben des Bundes und der Länder, also auf der staatlichen Ebene, die 2015 zusammen 5,7 Milliarden Euro ausmachten, stiegen nach vorläufigen Berechnungen bis 2017 auf 6,4 Milliarden Euro. Die Gemeinden bestritten mit 4,7 Milliarden Euro, das entspricht 45 Prozent, den größten Teil der öffentlichen Kulturausgaben im Jahr 2015. Die Länder finanzierten den Kulturbereich mit 4,2 Milliarden Euro, also 40 Prozent, und der Bund mit 1,5 Milliarden Euro, was 15 Prozent ausmacht.
Insgesamt gaben Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2015 10,4 Milliarden Euro für den gesamten Kultursektor aus, eine Steigerung von 1,7 Prozent gegenüber 2014. 2017 waren es 6,4 Milliarden. Der größte Anteil der öffentlichen Ausgaben für Kultur entfiel mit 35 Prozent auf Theater und Musik, gefolgt von Museen, Sammlungen, Ausstellungen mit 18 Prozent und Bibliotheken mit 14 Prozent. Zu den Gesamtmitteln des Bundes für Kultur gehören auch 36 Prozent für kulturelle Angelegenheiten im Ausland wie beispielsweise das Goethe-Institut. Bei den Ländern und Gemeinden lagen die Ausgaben für Theater und Musik mit 39 respektive 43 Prozent an vorderster Stelle.
Spannend werden diese Zahlen der Ausgaben, wenn man sie auf den einzelnen Bewohner herunter rechnet: Bund, Länder und Gemeinden gaben 2015 insgesamt 127 Euro pro Bürger für Kultur aus, dies sind gerade mal 0,34 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Da fallen einem im Vergleich sofort die Zahlen des Sozial- und des Verteidigungsetats ein …
Die Konzerte der öffentlich finanzierten Orchester zogen 2013⁄14 mehr als 5,2 Millionen Zuhörer an, zusätzlich waren die über 500 Musikfestivals für über 32 Millionen Besucher attraktiv. Die öffentlich geförderten Theater konnten gut 30 Millionen Besucher, die privaten Theater mehr als 11 Millionen Besucher zählen. Die hier wieder gegebenen Zahlen stammen aus dem Kulturfinanzbericht 2018, der einen Überblick über die öffentliche Finanzierung von Kultur und kulturnahen Bereichen gibt.
Ein gesellschaftlicher Bereich, der über 40 Millionen Besucher pro Jahr bewegt und anspricht, braucht sich politisch nicht zu verstecken. Den Vergleich mit den Parteien hält er locker aus. Aber es ist immer noch schwierig, die für den Kultursektor notwendigen Haushaltsmittel locker zu machen und vom Odium der „unrentablen Nebenkosten“ zu befreien. Und Politiker, die eine politische Karriere aus dem Kultursektor heraus gestartet haben, muss man immer noch mit der Lupe suchen. „Hier ist ein Umdenken dringend nötig“, sagt Mertens. – Mit diesen Zahlen im Hintergrund kann jeder Kulturpolitiker mit viel Selbstbewusstsein in die nächsten Haushaltsberatungen gehen.
Horst Dichanz