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Das Mainfrankentheater in Würzburg erlebt unruhige Zeiten. Nach den Querelen um den Intendanten Markus Trabusch, die Ende vergangenen Jahres in seiner Entlassung gipfelten, muss sich der bis dato freischaffende Regisseur Georg Rootering kommissarisch um die Leitung des Hauses kümmern, das mitten in einer baulichen Sanierungsphase steckt. Da ist es schön, wenn der Oberbürgermeister auch mal gute Nachrichten verkünden und einen neuen Intendanten vorstellen kann.

Würzburg hat einen neuen Intendanten ab der Spielzeit 2026⁄27: Daniel Morgenroth, derzeit noch Intendant am Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz-Zittau. Aus 76 Bewerbungen wurde er einstimmig als Intendant für das Mainfrankentheater designiert. Nach den heftigen Turbulenzen dort will er in Zukunft das Dreispartenhaus in ruhigere Bahnen lenken. Morgenroth, gebürtiger Franke vom Jahrgang 1984, kennt sich mit der Stadt am Main und ihrer Mentalität gut aus: Nach Studium von Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraum an der Universität Passau, nach Text- und Performance-Studien in London, promoviert mit einer Arbeit zur Authentizität im Gegenwartsdrama, unterrichtete er sechs Jahre lang Englische Literatur und Kulturwissenschaften an der Universität Würzburg, nachdem er vorher zwei Jahre lang persönlicher Assistent von Robert Wilson gewesen war. Seit 2020 wirkt er sehr erfolgreich als Intendant und Geschäftsführer am Theater in Görlitz, was in der Nominierung für den Deutschen Theaterpreis 2024 gipfelte.
Morgenroth, freundlich, aufgeschlossen, stets gesprächsbereit, weiß um seine kommende Aufgabe: Das Würzburger Theater ist nicht nur wegen der langwierigen Sanierung des Hauses, die nach Abschluss der Bauarbeiten in die Berufung zum Staatstheater münden soll, im Umbruch. In der künstlerischen Leitung des einstigen Stadttheaters setzt er vor allem auf sein Bekenntnis zur Teamarbeit. So will er die Spielpläne mit allen Sparten absprechen und dabei eine gemeinsame Richtung finden; zuletzt aber liege dann doch die Entscheidung beim Intendanten, der dafür geradestehen müsse, sagt er. In Würzburg hat er, so hofft er, ein begeisterungsfähiges „Premiumpublikum“ vor sich, mit dem er einiges ausprobieren kann. Er will Theater für die ganze Stadt und das Umland machen, aber auch Aufmerksamkeit in den Feuilletons wecken. So möchte er die Zeit des Interims nutzen, um eventuell noch Ausgleichsquartiere oder ungewöhnliche Spielorte zu finden, er will relevante Themen aufzeigen, Spartengrenzen manchmal aufweichen, wo es sich anbietet, das Bühnengeschehen als „innerliches Erlebnis im gemeinsamen Raum“ bewusst werden lassen. Morgenroth hält viel von thematischen Spielplänen, spricht sich aus für eine „Mischkalkulation“ zwischen Unterhaltung und ernsteren Themen, für Vielfalt neben neuen Stücken, nicht nur Uraufführungen, politischem Theater und Kontinuität. Theater sieht er für die Stadtgesellschaft als Ort menschlicher Begegnung, als Gegenpol zur Erfahrung der Anonymität im Digitalen. Man merkt ihm bei seiner Vorstellung deutlich an: Er freut sich auf Würzburg.
Renate Freyeisen