Namenlose Leuchtturmprojekte

Es ist noch ein Jahr hin, bis der bisherige Intendant, Berthold Schneider, die Oper in Wuppertal – dann auf eigenen Wunsch – verlässt. Jetzt wurde schon einmal seine Nachfol­gerin vorge­stellt. Rebekah Rota verfügt über 28 Jahre Theater­er­fahrung auf und hinter der Bühne.

Rebekah Rota – Foto © Felix Grünschloß

Rebekah Rota wird ab der Spielzeit 202324 neue Inten­dantin der Wupper­taler Oper. Sie folgt auf Berthold Schneider, der dann auf eigenen Wunsch das Haus nach sieben Jahren verlässt. Zurzeit ist sie stell­ver­tre­tende Opern­di­rek­torin und Opern­ma­na­gerin am Staats­theater Karlsruhe. Sie blickt zurück auf 28 Jahre inter­na­tionale Theater­er­fahrung auf und hinter der Bühne.

Die US-Ameri­ka­nerin schloss ihr Studium an der University of Michigan mit dem Doctor of Musical Arts ab. Dort hatte die Sopra­nistin Unter­richt bei der Grammy-Award Gewin­nerin Lorna Haywood. In über 40 Rollen trat sie als Solistin etwa am Théâtre des Champs-Élysées und dem Michigan Opera Theater auf. Als Regis­seurin insze­nierte sie unter anderem Das Tagebuch der Anne Frank und die Oper Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart. An den Landes­bühnen Sachsen war sie stell­ver­tre­tende Chefdis­po­nentin und Referentin des Opern­di­rektors. In Karlsruhe beteiligt sie sich am internen Zukunfts­prozess des Staats­theaters und ist aktives Mitglied der deutsch­land­weiten Initiative „Zukunft des Theaters/​Theater der Zukunft“.

Für Wuppertals Oberbür­ger­meister Uwe Schnei­dewind ist Rota eine „ausge­wiesene Expertin“. In Karlsruhe habe sie den Weg zu einem zukunfts­ori­en­tierten, demokra­ti­schen Theater beschritten. „Mit ihr möchten wir an die erfolg­reiche Arbeit von Berthold Schneider anknüpfen“, sagt Schnei­dewind. Laut Wuppertals Kultur­de­zernent Matthias Nocke gab es 34 Bewer­bungen, von denen drei in die engere Wahl kamen. Sie mussten sich einer Findungs­kom­mission und einer Mitar­beiter-Kommission stellen. Beide Gremien sollen ihr Votum deckungs­gleich abgegeben haben. Abschließend habe der Aufsichtsrat der Wupper­taler Bühnen einstimmig Rota gewählt. Beein­druckt hat Nocke, dass „sie uns einen inhaltlich und künst­le­risch ausge­zeich­neten Spielplan für gleich fünf Spiel­zeiten vorgelegt hat, der nicht nur durch­ge­rechnet, sondern auch von handwerklich exzel­lenter Qualität ist“.

Rota strebt während ihrer Vertrags­dauer von fünf Jahren eine weitere Öffnung der Oper in die Gesell­schaft an. „Wir wollen nicht elitär sein, sondern offen. Dementspre­chend sollte ein Spielplan nicht nur einen Teil des Publikums ansprechen, sondern die Gesell­schaft als Ganzes einladen, sich auf Opern­stoffe in ihrer ganzen Komple­xität einzu­lassen“, sagt die künftige Inten­dantin, macht aber noch keine genaueren Angaben zu Programmen und zur Zusam­men­setzung des Ensembles. Nur so viel: „Konkrete Pläne werden jetzt geschmiedet.“ Sie spricht von Leucht­turm­pro­jekten und einem Mix des Ensembles aus festan­ge­stellten Sängern und solchen Mitgliedern, für die das Engagement ein Sprung­brett für eine weitere Karriere sein kann.

Hartmut Sassen­hausen

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