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Georg Beck - Foto © Alexander Basta

Ende eines Traums

Vom Gazastreifen aus startet die radikal-islamische Hamas am 7. Oktober einen Großan­griff auf Israel. Attackiert wird auch Supernova Sukkot, ein inter­na­tio­nales Festival für elektro­nische Tanzmusik, das zum ersten Mal im Land statt­findet. Hunderte Raver werden ermordet, andere entführt. Unter den Geiseln auch deutsche Staats­bürger. Eine junge Frau mit Wurzeln in Ravensburg, eine Mutter mit ihren zwei Kindern.

Auf dem Festi­val­ge­lände werden hunderte junger Leute nieder­ge­metzelt. – Foto © N.N.

Es fällt schwer, zum Alltag zurück­zu­kehren. All diese Bilder, die sich festsetzen. Zum Beispiel dieser 18-Sekunden-Schnipsel. Ein Musik­fes­tival, eine Rave-Party unter freiem Himmel, wie man das für gewöhnlich kommen­tierte. Nur, dass auch dieses Wort jetzt konta­mi­niert ist. Am Himmel, man sieht das ganz genau, schweben die Killer­kom­mandos der Hamas ein. Auf Paraglidern. Vorn tanzen sie noch. Im nächsten Moment bricht das Video ab, und das Grauen nimmt seinen Lauf. Eine Szenerie wie in Apoca­lypse Now. Schwer zu sagen, ob Hamas daran Maß genommen hat. Ausge­schlossen ist jeden­falls nichts mehr. Bei Coppola, also im Film, wird der Überfall mit Wagner, Walkü­renritt, sekun­diert. Und welche Klänge haben sich die fliegenden apoka­lyp­ti­schen Reiter aus Gaza aufs Ohr gegeben? Wagner wohl kaum. Eher Techno, steht zu vermuten. Wie die Raver unten am Boden. Nur, dass es für diese human values gibt und nicht nur als Floskeln. Ihre Veran­staltung wollten die Supernova-Organi­sa­toren als ein Zusam­men­kommen im Namen von Love und Spirit verstanden wissen. Entspre­chend stolz ist man, das inter­na­tionale Festival für alter­native elektro­nische Musik mit Wurzeln in Brasilien nach Israel geholt zu haben. Die Freude im Vorfeld entspre­chend groß. Die Weltof­fenheit der Veran­staltung eine Selbst­ver­ständ­lichkeit. Künstler aus Frank­reich und anderen Ländern sind engagiert. Und Jugend­liche aus aller Welt zu Gast. Darunter auch eine junge Frau mit Wurzeln im württem­ber­gi­schen Ravensburg. Seit dem 7. Oktober wird sie vermisst. Genauso wie eine Mutter mit ihren zwei Kindern. Famili­en­an­ge­hörige erkennen sie auf einem Foto. Ein Gelän­de­wagen der Hamas trans­por­tiert Geiseln ab.

Ein Traum, der in einem Blutbad endet. Angerichtet von einer Organi­sation, die sich das Töten in die Verfassung geschrieben hat. August, 1988. Die selbst­er­nannte „Islamische Wider­stands­be­wegung“ Hamas präsen­tiert ihre „Charta“. Oberstes Ziel sei die Zerstörung Israels in einem „Heiligen Islami­schen Krieg“. Und immer wieder legen die „Eiferer“ mit Hetz-Flyern nach. Im Oktober 1990 mit einem Flugblatt Nr. 65. „Jeder Jude ist ein Siedler und es ist unsere Pflicht, ihn zu töten“, ist da zu lesen. Richtig ist, dass viele, wenn auch nicht alle Länder Hamas als Terror­or­ga­ni­sation einstufen. Anderer­seits, wieso inter­es­siert sich eigentlich kein Staats­anwalt, wenn Mordaufrufe in der Öffent­lichkeit platziert werden?

Und noch etwas irritiert. Ohne syste­ma­tische Gehirn­wäsche bekommt nämlich auch eine Terror­or­ga­ni­sation wie die Hamas keinen Boden unter den Füßen. „Opera­tionen“ kann sie nur führen, wenn sie von anderen ausge­führt werden, weswegen sich Hamas um den Nachwuchs kümmert. Sie hat die Jugend im Visier. Und hat Erfolg damit, hat es geschafft, dass die jungen Rekruten des Terrors sich von ihrer Jugend verab­schiedet und für den Tod entschieden haben. Denn das muss jedem, der an diesem 7. Oktober mitge­fahren ist, um den Schrecken zu verbreiten, klar gewesen sein. Lebend kehrst du wahrscheinlich nicht mehr zurück. Sein Leben wegwerfen, einfach so? Wie ist das möglich? Und woher das Recht, anderen das Recht auf Leben abzusprechen? – Es gibt da, in diesem Fall, einen Hinweis, dem man entnehmen kann, dass das nun gerade nicht einfach so passiert, passiert ist.

Man kann es den Eiferern Allahs nämlich von den Lippen ablesen. Was sie tun, tun sie im Namen ihres Gottes. Sie rufen ihn an, wenn sie schießen. Auf Menschen, die so alt sind wie sie selbst. Vielleicht mit denselben Vorlieben. Weil sie aber Angehörige des Staates sind, den die antizio­nis­tische Propa­ganda weltweit als „illegitim“ denun­ziert, deswegen haben sie, so die Logik, ihr Leben verwirkt. Weg mit ihnen. Allah ist groß. Allah will es so. Wie ja immer gemordet wird im Namen der aller­höchsten Werte. – Und dann das Nachspiel. Auf die Untat folgt deren propa­gan­dis­tische Verwertung. Womit wir wieder bei den Bildern sind. Die gehen um die Welt. Werden gesehen in Berlin-Neukölln, in Duisburg und anderswo und werden – bejubelt. Das antise­mi­tische Gift hat sich ausge­breitet. Das Ungeheu­er­liche wohnt nebenan.

Georg Beck

Kommentare geben die persönliche Meinung  des Verfassers, aber nicht in jedem Fall die Auffassung von O‑Ton wieder.

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