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Am 16. April fand die konstituierende Versammlung des Rates der Künste im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses statt. Künftig wollen alle Kulturschaffenden in der Landeshauptstadt an einem Strang ziehen. Ein Signal für andere Städte oder nur ein weiteres Gremium zur Nabelschau? Die kommenden zwei Jahre werden es zeigen.

Eine „unabhängige und gewählte Interessenvertretung der in Düsseldorf im Kulturbereich aktiv tätigen Kultureinrichtungen, künstlerisch tätigen Institutionen, Gruppen, freien Formationen und Einzelpersonen sowie Unternehmen der Kulturwirtschaft“ will der Rat der Künste Düsseldorf sein, der am 16. April im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses gewählt wurde. Aufgerufen zur Wahl waren alle Kulturschaffenden Düsseldorfs. Immerhin mehr als 300 Menschen fühlten sich angesprochen. Die wurden gleich zur Vollversammlung des Rates erklärt und verabschiedeten eine Verfassung per Handzeichen. Auf dieser Grundlage konnte dann der Rat gewählt werden. Um den nötigen Proporz der verschiedenen Interessengruppen zu gewährleisten, konnten sich die Kandidaten in sechs Kategorien vorstellen, die die gesamte Kulturlandschaft abbilden sollen. So ganz funktionierte die an sich gute Idee dann aber doch nicht. Im zwölfköpfigen Rat fehlen so nun Vertreter wichtiger Institutionen wie das Düsseldorf-Festival, die Oper, das Tanzhaus NRW, das Forum Freies Theater oder die Kirchenmusik. Dafür hat sich die Verfassung ein eher undemokratisches Hintertürchen offengehalten, nach dem der Rat vier weitere Mitglieder seiner Wahl „berufen“ kann. Und er wird gut daran tun, das so schnell wie möglich umzusetzen, um nicht schon von vornherein fehlende Akzeptanz in den eigenen Reihen hervorzurufen.
Denn um die hochgesteckten Ziele zu erreichen, wird es unumgänglich sein, dass die Kulturszene beginnt, an einem Strang zu ziehen. Der Rat will nichts weniger, als einen „vertrauensvollen und verbindlichen Dialograum zwischen Kulturschaffenden, Kulturinstitutionen, Politik, Verwaltung und Bürgern“ öffnen. Das wird, wenn von vornherein wichtige Kulturträger ausgeschlossen sind, ebenso wenig funktionieren wie die Rolle, die der Rat in Zukunft einnehmen will. „Er berät bei kulturpolitischen Entscheidungen, begleitet konstruktiv die Kulturentwicklung und gibt Impulse für zukünftige Planungen im Interesse der Kultur in der Stadt“, so die Hoffnung der Arbeitsgruppe, die die Wahl des Rates vorbereitet hat.
Vorbild für die Gründung des Düsseldorfer Rats der Künste war der Rat für die Künste in Berlin, der 1994 ins Leben gerufen wurde. Und dessen wechselvolle Geschichte zu kennen, heißt, aus Fehlern anderer zu lernen. Natürlich lassen sich die Anforderungen der Bundeshauptstadt nicht unmittelbar mit denen einer Großstadt im Rheinland vergleichen. Trotzdem können die Berliner die Düsseldorfer lehren, was tödlich für ein solches Unterfangen ist. Wenn einzelne Parteien die Plattform für Partialinteressen wollen, ist genauso Schluss wie in dem Moment, in dem das Ding zum Club für Vetternwirtschaft kippt.
Zwei Jahre hat der erste Rat der Künste Düsseldorf nun Zeit zu beweisen, dass viele Fragezeichen schon vor Beginn seiner Arbeit eher Herausforderung als Hemmnis sind. Um eines jedenfalls braucht er sich keine Sorgen zu machen: Dass seine Arbeit zu wenig Beachtung fände. Viele Städte gleicher Größenordnung, in denen die Kulturschaffenden immer noch auf ihren Einzelkämpfer-Positionen verharren, werden jetzt nach Düsseldorf schauen, um zu entscheiden, ob sie auf diesem Wege ebenfalls ihre Kulturlandschaft, oder was davon noch übrig ist, stärken respektive wiederbeleben können.
Michael S. Zerban