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Foto © Peter E. Rytz

Pharaonen-Choreografie

Immersion beschreibt den Effekt, dass der Betrachter einer virtu­ellen Umgebung vergisst, dass es sich um eine solche handelt und sie als real empfunden wird. Wie so etwas aussieht, kann man sich seit dem 24. Januar bei Phoenix des Lumières in Dortmund in der Ausstellung Im Reich der Pharaonen anschauen.

Foto © Peter E. Rytz

Oh Ägypten! Oh Ägypten! Von deiner Gedan­kenwelt werden nur Mythen bleiben, die deinen Nachfolgern unglaublich erscheinen werden“. So huldigt Apuleius, einer der großen Erzähler der Antike in Asklepios dem Gott der Heilkunst in der griechi­schen und römischen Mythologie.

Die Faszi­nation Ägyptens mit seinen Göttern und Pharaonen, ihren Grab- und Huldi­gungs­stätten begleitet die Menschheit seit mehr als 3.000 Jahren. In Osiris, dem von allen ägypti­schen Göttern den Menschen am nächsten, findet das exempla­risch Ausdruck. Unbeweglich in seinen Mumien­bändern einge­wi­ckelt, ein wenig abseits des Überna­tür­lichen, verkörpert er extra­vagant die elemen­taren Mächte des Pantheons der ägypti­schen Pharaonen.

Vor einigen Jahren reflek­tierte im Museum Rietberg Zürich die Ausstellung Osiris – Das versunkene Geheimnis Ägyptens die Kultur- und Kunst­ge­schichte im Land der Pharaonen. Sie erzählt beispiels­weise vom Koloss des Memnon, von den Strahlen der Sonne getroffennach der Erzählung von Tacitus – den Klang der Stimme zurück­wirft. So leuchtet in der Osiris-Ausstellung in diesem Kontext Herodots berühmter Satz – Ägypten sei ein Geschenk des Nils – aus dem Kanon der Kunst­ge­schichte heraus, als immersive Ausstel­lungs­kon­zepte noch nicht die Popula­rität hatten, wie das heute der Fall ist.

Der beschriebene Klang der zurück­ge­wor­fenen Stimme im Zusam­men­spiel mit bewegten, überblen­deten Bildern als sinnlich überwäl­ti­gende Choreo­grafie perfek­tio­niert aktuell die Haupt­aus­stellung Im Reich der Pharaonen – eine immersive Reise ins Alte Ägypten von Phoenix des Lumières in Dortmund. Ein Mythos zwischen Himmel und Erde, bewirt­schaftet von Ackerbau und Viehzucht, der die Menschen die Ehrfurcht vor den Göttern lehrte – und ihnen damit die Zivili­sation bringt. In der Halle Phoenix ist eine bildge­waltige, klanglich opulente Insze­nierung mit antiken Gemälden, monumen­talen Pyramiden und kunst­vollem Schmuck einer längst vergan­genen Zivili­sation zu erleben.

Effekt­volle Imagi­na­tionen mit aufwän­digen 3D-Rekon­struk­tionen lassen die Besucher teilhaben, wie sich kolossale Stein­blöcke zu den Pyramiden von Gizeh auftürmen. Sphinx und der Tempel von Karnak erscheinen zum Greifen nah. In der Phoenix-Schau gibt parallel die Ausstel­lungs­per­spektive Die franzö­si­schen Orien­ta­listen: Ingres, Delacroix, Gérôme die Möglichkeit, in eine roman­ti­sierte wie gleich­zeitig abenteu­er­liche Vision des Orients einzu­tauchen, wie ihn die Maler mit leuch­tenden Farben und faszi­nie­renden Motiven im 19. Jahrhundert gesehen haben. Die Beschwernis von Wüsten­reisen, die Leben spendenden Oasen in ihnen, die geheim­nis­volle Harem-Welt in einem Bilder­kosmos der Fantasie zusammengefügt.

Mit einem Zeitsprung in das Hier und Heute eröffnet weiterhin Foreign Nature von Julius Horsthuis futuris­tische Einblicke in verborgene, fast überna­türlich wirkende Welten. Der Kreis schließt sich im Tierkreis der astro­no­mi­schen Decke von Dendera, dem Sinnbild des Lebens­zyklus. Der von Lukas Boysen kompo­nierte Sound­track der Schau schafft spiri­tuelle Assozia­ti­ons­ebenen und verbindet die immersiven Ausstel­lungs­teile zu einem Gesamt­erlebnis von Sehen, Hören und Staunen.

Phoenix des Lumières generiert Kunst­ge­schichte massen­tauglich wie anspruchsvoll zugleich. Verstanden als ein Angebot, sich so inspi­riert auch dem klassi­schen Ausstel­lungs­format wie dem erwähnten in Zürich zu öffnen, könnte sich erfolg­reich als kultu­relle Teilha­be­per­spektive auf unter­schied­lichen Ebenen herausstellen.

Peter E. Rytz

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