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Gudrun Kemsa macht in ihren fotografischen und Videoarbeiten die Welt zu ihrer Bühne, erzählt Galerist Bernd Lausberg, als er am 25. April ihre neue Ausstellung Flowing Motions im Wirtschaftsclub Düsseldorf eröffnet, die bis zum 1. September zu sehen ist. Von der Ruhe und der Ausstrahlungskraft der Fotografien können sich die zahlreichen Besucher der Vernissage dann selbst überzeugen.

Als Bernd Lausberg seine eigene Galerie aufgab, war der Schrecken seiner Anhängerschar im ersten Augenblick groß. Seither lädt er an außergewöhnliche und exklusive Orte ein – und das Konzept geht auf. Auch an diesem Freitag versammelt sich die Gemeinde im Wirtschaftsclub Düsseldorf. Man kennt sich, und so ist die aktuelle Vernissage nicht nur dem Interesse an der Kunst geschuldet, sondern auch ein Wiedersehen langjähriger Bekannter. Dementsprechend kann der Abend nur ein Erfolg werden. Zumal Gudrun Kemsa zu den Künstlern gehört, die Lausberg seit vielen Jahren betreut und die eben auch seinen Besuchern längst bekannt ist.
Kemsa wurde 1961 in Datteln, einer Stadt mit rund 35.000 Einwohnern im Kreis Recklinghausen, geboren. Heute lebt sie in Düsseldorf. Sie studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und schloss als Meisterschülerin ab. Seit 2001 lehrt sie als Professorin für „Bewegte Bilder und Fotografie“ an der Hochschule Niederrhein in Krefeld.
In ihrer fotografischen Arbeit hat sie sich nie für die Dokumentation des Gewesenen interessiert. Wichtiger ist für sie „die Darstellung der Wahrnehmung von Licht, Raum und Zeit“. Ihre vielfach preisgekrönten Arbeiten strahlen dabei stets Bewegung aus. Sei es die Verschiebung der Wirklichkeit, wenn sie die Topografie mit niedriger Verschlusszeit abfährt, sei es, dass sie Bewegung vorwegnimmt, die sich dann erst im Kopf des Betrachters abspielt.

Die schlechte Nachricht verkündet Lausberg gleich zu Beginn. „Bei der Auswahl für diese Ausstellung haben wir uns bewusst gegen Fotos mit Personenstaffage entschieden“, erzählt er und meint damit einen wesentlichen Teil von Kemsas Arbeit, wie sie ihn in der Serie New York, New York zeigte. Hier wurde New York für die Künstlerin zu einer enormen Kulisse. „Aus dem rauschenden Großstadtalltag löst sie zwischenmenschliche Szenen und die anonymen Protagonisten agieren inmitten der urbanen Architektur wie im Film: vorübereilend, reglos wartend vor Boutiquen oder Straßenkreuzungen“ ist im dazugehörigen Bildband zu lesen. Tatsächlich wirken die Menschen in ihrer Street Photography, als bewegten sie sich auf einer Bühne. Damit hat sie eine für das Genre möglicherweise einzigartige Ästhetik geschaffen, und umso bedauerlicher ist, diesen Teil ihres Schaffens nicht im Wirtschaftsclub zu erleben.
In ihren Serien Moving Images, Seaside oder Water sind Landschaftsfotografien zu sehen, die von vielen Reisen erzählen. Darunter mischen sich, wie auch bei den Straßenfotografien, immer wieder Bilder aus Düsseldorf wie etwa ein verwischtes Foto vom Schauspielhaus, das dem schnellen Pinselstrich in der Malerei ähnelt. Dabei ist eigentlich allen Bildern gemein, dass sie nie unruhig wirken, fast schon eine meditative Ausstrahlung bieten. Das ist auch in Kemsas zweiter Beschäftigung, nämlich der Videografie spürbar, die in der Ausstellung nur auf einem Monitor zu sehen und damit unterrepräsentiert ist.
Ein Lob gilt sicher der Hängung, die sich über den gesamten Raum erstreckt, thematisch überzeugend geordnet ist und so Kapitel bildet, in die die Besucher gern eintauchen und davor auch verweilen. Die Ausstellung ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Gesamtwerk von Gudrun Kemsa ist in zahlreichen Bildbänden dokumentiert. Es lohnt sich, danach Ausschau zu halten.
Michael S. Zerban