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Karrierewege in der Musikbranche

Ein Berufs­leben als Musiker ist für viele junge Menschen nach wie vor ein Traum. Aller­dings ein Traum mit Haken und Ösen. Dirk Geest gibt mit seinem neu erschie­nenen Buch Karrie­rewege in der Musik­branche in vierzehn Inter­views Einblicke in Musiker­kar­rieren gesammelt. Fleiß und Flexi­bi­lität helfen auf dem Weg zum Erfolg, hat Horst Dichanz gelesen. 

Dirk Geest - Foto © Studioline

Karriere als Musiker

Im 138 Seiten umfas­senden Band 11 der Reihe Karrie­rewege fungiert Dirk Geest gleich­zeitig als Autor und Heraus­geber, Funktionen, in denen er schon zehn andere Titel heraus­ge­geben hat, von Startup-Gründern im vergan­genen Jahr über Karrie­rewege in der Kreuz­fahrt im Jahr 2018 bis eben zu Karrie­rewege in der Musik­branche, das in diesem Jahr erschienen ist. Sein Ziel ist die Verbes­serung der „Berufs- und Studi­en­ori­en­tierung“, für die er gemeinsam mit Antje Wolf seit 2014 Infor­ma­tionen zusam­men­ge­tragen und geordnet hat. Und wer einmal eine der vielen regio­nalen Ausbil­dungs- und Berufs­messen von Industrie- und Handels­kammern besucht  oder sich durch die Info-Broschüren der Agentur für Arbeit gearbeitet hat, wird gerne zugeben, dass es reichlich Bedarf  für solche Grund­ori­en­tie­rungen gibt.

Ziel des Buches von Geest ist es, „jungen Menschen, die in der Musik­branche profes­sionell spielen bzw. arbeiten möchten, einen Eindruck vom tatsäch­lichen Arbeits­alltag, von den realen Arbeits­be­din­gungen und Karrie­re­mög­lich­keiten in dieser Branche“ zu geben. Dazu wählt der Autor eine etwas ungewöhn­liche Form: Anstelle von syste­ma­tisch-kompri­mierten Sachdar­stel­lungen inter­viewt Geest Musiker unter­schied­lichster Prove­nienz und Position, vom Saxofo­nisten über Orgel­bauer oder Dirigenten bis zu Inten­danten und Hochschul­rek­toren. Viele von ihnen arbeiten als freie Künstler in der Musik­branche, andere sind bei Festan­stel­lungen in Großor­chestern in sicheren Händen.

Auch wenn Geest die Inter­views entlang eines Inter­view­fadens mit vierzehn Fragen aufzeichnet und sie damit übersicht­licher macht, geben die inter­viewten Personen Antworten, die nach Inhalt und Stil häufig eine sehr eigen­willige Handschrift zeigen und die jewei­ligen Berufs­kar­rieren in sehr persön­lichen Bildern zeichnen.  So skizziert beispiels­weise der Kammer­sänger Alex Köhler seinen Weg, der ihn vom Counter­tenor über Orches­ter­tä­tig­keiten und mehrere Hochschul­funk­tionen  bis hin zum Inten­danten und Rektor bringt. Einen völlig anderen Weg beschreibt Emanuel Knorr, der sich als Musiker und Marketing Content Creator ein neues Arbeitsfeld aufgebaut hat. Schon sein Vokabular dürfte für viele Leser ungewöhnlich, aber branchen­üblich sein, wenn er von Social Media Content spricht, den er für eine Firma erstellt oder seinen Master „Popular Music Perfor­mance“ oder „Endor­sement-Verträge“ vorstellt. Seine Nähe zum Tätig­keitsfeld Marketing und seine Lehrtä­tigkeit an der Deutschen Pop-Akademie in Bremen bestä­tigen aber seine Profes­sio­na­lität, schließlich kann er mit dem klassi­schen Abschluss des Magister Artium aufwarten. Irene Schwab als eine der zwei inter­viewten Frauen schafft es nach einem Viola- und Streich­quar­tett­studium bis in den Deutschen Musikrat. Die Berufs­er­fah­rungen reichen von sieben Jahren bei Emanuel Knorr bis zu 44 Jahren bei Ulrich Gerhartz als General­be­voll­mäch­tigtem der Firma Highlight-Concerts. Die Berufs­kar­rieren sind keineswegs reprä­sen­tativ, doch zeichnen die vierzehn Inter­views ein buntes Bild der in der Musik­branche möglichen Tätig­keiten und Berufe. Die Einblicke in vierzehn Berufs­kar­rieren lassen sich kaum weiter zusam­men­fassen, in zwei Punkten sind sich die Inter­viewten aber durch­gängig einig: Nur wer den Willen hat, ja, den Drang verspürt, Musik zu machen und ihm folgt, hat eine Chance, sich in den unter­schied­lichsten Feldern der Musik­branche durch­zu­setzen. Ohne Leiden­schaft kein Erfolg!

Eine gute Ausbildung, zum Beispiel ein Studium, ist die zweite wesent­liche Voraus­setzung dafür, in der Musik­branche erfolg­reich zu sein. Dabei muss es nicht unbedingt ein Studium der Musik­wis­sen­schaften sein. Alle weiteren Quali­fi­ka­tionen müssen sich junge Musiker in den verschie­densten Praxis­feldern selbst mit Fleiß und Ausdauer erarbeiten. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob eine angestrebte Tätigkeit einem klaren Ausbil­dungsziel folgt oder ob sich jemand, wie etwa Musiker Knorr, sein Arbeitsfeld selbst aufbaut und strukturiert.

Der Breite der Karrie­rewege entsprechen höchst unter­schied­liche Einkommen. Zumindest Berufs­an­fänger müssen sich darauf einstellen, mit einem knappen Anfän­ger­ein­kommen auszu­kommen. Auch eine Karriere in einem der Berufs­felder hängt vielfach von Einfalls­reichtum und Durch­set­zungs­kraft ab – Kreati­vität und Flexi­bi­lität zahlen sich aus. Dass Alltags­pflichten und Routine auch für den Kreativsten zum Alltag gehören, versteht sich von selbst. Bemer­kenswert ist, dass viele der Inter­viewten bei der Frage nach ihrer Arbeits­be­lastung betonen, Arbeit und Erholung ließen sich kaum klar trennen, das wird aber kaum als Nachteil empfunden.

Geests Buch ist keine Einführung, es setzt gewisse Kennt­nisse der Musik­branche voraus. Für Musik­in­ter­es­sierte, die bereits eine ungefähre Vorstellung ihrer Tätigkeit haben, bietet es tiefere Einblicke in einen möglichen Berufs­alltag, in Voraus­set­zungen und Chancen. Mehrfach unter­streichen die Inter­viewten die Notwen­digkeit von Leiden­schaft für Musik und Geduld und Fleiß in der Ausbildung und heben die Chancen der Selbst­ver­wirk­li­chung hervor.

Horst Dichanz

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