O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Ein O-Ton Abo ist unsere Einladung an Sie, uns auf unseren Abenteuer- und Entdeckungsreisen durch die reiche Kulturlandschaft Deutschlands zu begleiten und stets aufs Neue zu entdecken.
Als ich den Artikel gelesen habe,
war es, als wäre ich dabei gewesen.
Mit unseren Originalberichten und exklusivem Bildmaterial von Aufführungen in Theater, Musiktheater, Konzert, Ballett und Tanz in all ihren Schattierungen, informieren wir Sie ideologiefrei und kritisch, aber fair. Mit Hintergrundberichten, Hörbeiträgen, Kommentaren, aktuellen Nachrichten und vielem mehr arbeiten wir Tag für Tag daran, bei unseren Besuchern die Lust darauf zu wecken, sich auf diesen kulturellen Reichtum einzulassen.
O-Ton
3-Monats-Abo
für jeweils 3 Monate
O-Ton
Jahres-Abo
pro Jahr
O-Ton
6-Wochen-Abo
für jeweils 6 Wochen
O-Ton
Jahres-Mitgliedschaft
für ein Jahr
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Kulturmagazin mit Charakter
O-Ton
Abo
Kultur entdecken
Die Liste der Musikschaffenden jüdischer Herkunft, die während des Nationalsozialismus verfemt, verfolgt oder ermordet wurden, ist lang. Nur wenige von ihnen, die überlebten, konnten nach dem Krieg an ihre ehemals glanzvolle Karriere anknüpfen, die meisten gerieten in der ehemaligen Heimat in Vergessenheit. Erst seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts hat eine künstlerische Renaissance der zu Unrecht Verstummten eingesetzt, die dazu geführt hat, dass Werke von Komponisten wie etwa Erich Wolfgang Korngold, Walter Braunfels oder Emmerich Kálmán wieder regelmäßig gespielt werden.
Doch gibt es zahlreiche Persönlichkeiten, die damals noch keinen großen Namen hatten und denen ein möglicher Durchbruch aufgrund der Umstände versagt blieb. Zu ihnen gehört der Komponist, Musikphilosoph und Theoretiker Hugo Kauder. Dem völlig Vergessenen hat die österreichische Musikwissenschaftlerin Karin Wagner in Zusammenarbeit mit dem in Wien ansässigen exil.arte-Forschungs-Zentrum eine Biografie gewidmet.
| Buchidee | ![]() |
| Stil | ![]() |
| Erkenntnis | ![]() |
| Preis/Leistung | ![]() |
| Verarbeitung | ![]() |
| Chat-Faktor | ![]() |
Kauder wird 1888 im mährischen Städtchen Tobitschau geboren. 1905 zieht er nach Wien, studiert erst Bauingenieurwesen und wendet sich nach zwei Jahren der Musik zu. Er komponiert, ist als Journalist tätig und spielt als Bratschist in Orchestern und Kammermusikformationen. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Alter Musik und deren Aufführungspraxis. Sein Wissen gibt er an Privatschüler weiter. Unter ihnen ist der Kirchenmusiker Josef Mertin, der sich in diesem Fach zum Experten entwickelt und Lehrer von Nikolaus Harnoncourt und Gustav Leonhardt wird.
Prägend wird für Kauder die Begegnung mit dem Nietzsche-Anhänger und Philosophen Rudolf Pannwitz, dessen metaphysische und gesellschaftliche Ideen und Schriften ihn anziehen. Viele seiner Lieder beruhen auf Texten von Pannwitz und dessen Anhängern. Nach dem „Anschluss“ Österreichs emigriert Kauder 1938 über die Niederlande und England, wo er seine bereits früher ausgereiste Familie wiedertrifft, nach Amerika. Dort kann er sich als Kompositionslehrer und Musikjournalist etablieren, komponiert auch selbst weiter. Ein wirklicher Durchbruch aber bleibt ihm verwehrt. Versuche, in Europa, insbesondere in Wien, wieder Fuß zu fassen, scheitern. Die schmerzliche Erkenntnis, dort nicht mehr erwünscht zu sein, macht ihm während seiner letzten Lebensjahre zu schaffen. 1972 stirbt er, ohne die Stadt nochmals besucht zu haben. Heute bemüht sich die 2002 gegründete Hugo Kauder Society um die Verbreitung von Kauders über 300 Werken, zu denen fünf Symphonien, einige Konzerte, die Oper Merlin, vor allem aber Kammermusik in unterschiedlichster Besetzung zählen.
Karin Wagners detaillierte und akribisch recherchierte Biographie geht weit über eine Nacherzählung von Hugo Kauders Lebensweg hinaus. Sie gibt zugleich komplexe – freilich nicht immer leicht zu lesende – Einblicke in politische und religiöse, in philosophische und musiktheoretische Hintergründe und selbst die Vita von wichtigen Freunden und Kollegen wird berücksichtigt. Das Werkverzeichnis und eine Briefauswahl von Kauder an Pannwitz runden den mit zahlreichen Fotos illustrierten, ungemein informativen und bereichernden Band ab.
Karin Coper