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Der kleine Ton

Bela Brauckmann und Loretta Stern wagen es, eine Geschichte zu erfinden, in der sie wichtige Erkennt­nisse zum Umgang mit Musik von Akteuren der Musik selbst erzählen lassen. Sie erklären wichtige Erkennt­nisse, in dem sie einem kleinen Ton Leben einhauchen und ihn von seinen Abenteuern erzählen lassen. Horst Dichanz ist mit auf die Reise gegangen und war sehr angetan. 

Loretta Stern - Foto © Silvia Medina

Wenn der kleine Ton auf Reisen geht

Der kleine Ton freut sich, weil er so schön klingt, doch er beschwert sich, dass er auf den Noten­linien fest sitzt und nicht nach draußen kann. Da kann ihn auch Antonia nicht trösten, das Mädchen, das eigentlich viele Töne spielen, das üben soll. Aber: „Mamaaaaaa, ich hab fertig geübt, ich geh raus zu den anderen, ja?“ Der kleine Ton fängt an, an seiner Linie zu baumeln, aber nur nicht zu heftig, sonst könnte er „aus dem Noten­system“ fallen statt „in die Welt zu fliegen“. Ihm ist „wirklich langweilig“. Doch schließlich fliegt er „in hohem Bogen durchs Wohnzimmer“ – „Flieg los, kleiner Ton!“ – und seine Abenteuer beginnen.

Auf der Treppe zu Marla Halter­manger, einer berühmten Pianistin, entdeckt er einen seltsamen schwarzen Klotz, eine Pause, wie sich bald heraus­stellt. Und der kleine Ton erfährt außerdem, der Klotz heißt Penny Pause und wohnt wie er auch auf dem Noten­blatt. „Die Pausen sind genauso wichtig wie die Klänge“, erklärt die Pause ihm. Unter der erfah­renen Führung der Pause erkunden die beiden die Stadt, in die sie die Pause führt. Der kleine Ton möchte zu gern heraus­finden, wie eine Stadt klingt. … Autos, eine Baustelle, ein Konzert, … der kleine Ton ist völlig überrascht und begeistert von der Stadt und dem, was ihm die Pause alles zeigt, Dinge, die der kleine Ton überhaupt nicht kennt. Penny Pause hat ihn neugierig gemacht: eine Stadt, die Stadt möchte er näher kennen­lernen – und weiter geht’s. Sie kommen vorbei an grauen Kästen, bunten, fahrenden Kästen mit Menschen darin, ratternden Instru­menten an einer Baustelle. „Pling, klock“, der kleine Ton beginnt zu klingen und begegnet einer Straßen­sän­gerin mit Gitarre. Er lernt eine U‑Bahn kennen, besucht zum ersten Mal ein Konzert, einen Jazzkeller, lernt viele Instru­mente kennen, erlebt eine Überra­schung nach der anderen. Als der kleine Ton dann aber in einem großen schwarzen Kasten landet und auf den Saiten umher klettert, geschieht fast ein Unglück … Von Antonias Vater erfährt Penny, wie viele Töne der schwarze Kasten, das Klavier, hat, sein Programm für morgen steht schon fest. Er will sie alle spielen …

In der schrei­benden Zunft gilt es als durchaus schwierig, gute Texte für Kinder und Heran­wach­sende zu verfassen. Die Texte dürfen nicht zu abstrakt, aber auch nicht zu „kindlich“ sein, sie müssen sachlich richtig und gut verständlich, keineswegs zu simpel sein, sie dürfen keinen „trockenen“ Stoff anbieten, sondern sollten  lebendig und anschaulich sein. Bela Brauckmann und Loretta Stern versuchen einen anderen Weg, und der führt zum Ziel, mittels einer einfachen, aber sehr hilfreichen Idee:  Mit ihrem Musikbuch Der kleine Ton wagen sie es, eine Geschichte zu erfinden, in der sie wichtige Erkennt­nisse zum Umgang mit Musik von Akteuren der Musik selbst erzählen lassen. Sie erklären wichtige Erkennt­nisse, in dem sie einem kleinen Ton Leben einhauchen und ihn von seinen Abenteuern erzählen lassen! Die Leser dieses kleinen Buches begeben sich mit dem Kleinen Ton auf eine Reise durch die Musikwelt und erfahren unter anderem, dass zur Musik, zu den unzäh­ligen Tönen, kleinen wie großen, die Pausen unbedingt dazu gehören, lernen mehrere Instru­mente kennen. Obwohl die Musik etwas sehr Leben­diges ist, kann ihre Vermittlung beim Klavier‑, Violin‑, ja, sogar beim Schlag­zeug­un­ter­richt sehr trocken geraten. Mithilfe des kleinen Tons können die Autoren diese Schwie­rigkeit vermeiden.

Brauckmann und Stern haben ihrem Buch eine insze­nierte Lesung als CD beigefügt. Ob diese CD, die mit viel perso­nellem Aufwand produ­ziert wurde, Kinder ab vier Jahren anspricht, ist schwer zu sagen. Sie gibt vorwiegend den gedruckten Text wieder. Wortwahl und Satzbau dürften einige Male die Sprach­mög­lich­keiten jüngerer Kinder übersteigen, und die insze­nierten Stimmen, oft etwas betulich,  passen nicht immer zum Text. Die Textpas­sagen werden durch kurze Musik­stücke unter­brochen, die, flott serviert, die tradi­tio­nelle Band-Besetzung durch Bass, Wasserhahn, Ukulele, Staub­sauger, Standuhr ergänzen und die Abenteuer der Penny Pause und des kleinen Tons lebendig illustrieren.

Ulf K., der „Poet unter den Comic­zeichnern“, mit Klarnamen Ulf Keyenburg, hat mit sicherem Strich und begrenzt auf die Farben Schwarz, Weiß und Rostrot, den kleinen Ton und seine Freunde in einem eigenen Comicstil illus­triert und dabei einen fröhlichen Stil gefunden, der bestens zu dieser Fanta­sie­ge­schichte passt. Es wird wohl von den musika­li­schen Vorer­fah­rungen der Leser, insbe­sondere der jüngeren Kinder abhängen, in welchem Umfang sie dem Witz dieses origi­nellen Kinder­buches folgen können, das zweifellos eine Berei­cherung der Kinder­li­te­ratur darstellt.

Horst Dichanz

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