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Vor 100 Jahren gründete Walter Gropius in Weimar die Hochschule für Gestaltung und nannte sie Bauhaus. Sie markierte den Beginn einer weltweiten Bewegung, hinter der eine revolutionäre Idee stand: die Vereinigung von Kunst und Handwerk.
Das Jubiläum wird deutschlandweit ausgiebig mit Ausstellungen, Veranstaltungen und zahlreichen Publikationen gefeiert. Was dabei bemerkenswert und überfällig ist: Im Focus stehen nicht allein die männlichen Initiatoren, sondern der Blick richtet sich auch auf Frauen, die am Aufbau beteiligt waren. Gerne wird nämlich vergessen, dass es neben den Ausbildern, zu denen neben Gropius Kapazitäten wie der Architekt Mies van der Rohe, der Maler László Moholy-Nagy oder der esoterische Farbtheoretiker Johannes Itten gehörten, auch prägende weibliche Lehrkräfte gab. Die Metalldesignerin Marianne Brandt etwa, die für ihre Teekännchen berühmt wurde oder Gunta Stölzl mit ihren bahnbrechenden Webarbeiten.
Noch weniger bekannt ist Ise Frank, die zweite Ehefrau von Walter Gropius, obwohl sie großen Anteil an der Umsetzung der Bauhaus-Idee hatte. Über sie hat die Architekturprofessorin Jana Revedin ein Buch geschrieben.
Ise Frank wird 1897 geboren. 1923 begegnet die gelernte Buchhändlerin und Literaturrezensentin Walter Gropius und heiratet ihn noch im gleichen Jahr. An der Seite ihres Ehemannes kämpft sie für die Bauhaus-Idee, ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, wird Sekretärin, Organisatorin und Mitgestalterin. Als das Bauhaus in Weimar, politisch bedingt, 1924 geschlossen wird, versucht sie die Schule in Köln anzusiedeln, mit Hilfe ihrer mit dem späteren Bundeskanzler verheirateten Freundin Gussi Adenauer. Hier wird sie auch mit dem Spitznamen Frau Bauhaus angeredet. Doch aus Köln wird nichts, das Bauhaus siedelt sich in Dessau an. Persönlich muss sie mit den Affären ihres Mannes kämpfen, mehr noch aber mit dem Tod der Tochter kurz nach der Geburt. Sie selbst geht eine Liaison mit dem Ehemann ihrer engsten Vertrauten ein, der Fotografin Irene Bayer, woran die Freundschaft zerbricht. Als der Nationalsozialismus zur Bedrohung wird, emigriert das Paar, 1934 erst nach England, von dort 1937 in die USA. Hier lebt es in Harvard, wo Gropius zum Architekturprofessor berufen wird. Ise schreibt literarische Texte, die jedoch erst veröffentlicht werden, nachdem sie Gropius unterzeichnet hat. Als Zeichen für ihre Autorenschaft, widmet er Ise die Artikel. 1983 stirbt sie, vierzehn Jahre nach ihrem Mann.
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Die Lebensbeschreibung endet schon im Jahr 1927 mit dem Rückzug von Gropius aus dem Bauhausdirektorium und den Vorbereitungen für den Bauhaus-Film Wie wohnen wir gesund und wirtschaftlich? In einem dokumentarischen Anhang erzählt Jana Revedin, wie es mit den wichtigsten Persönlichkeiten weiterging.
Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus ist aus der Sicht Ise Franks geschrieben. Durch ihre Augen bekommen wir Einblick in das Leben rund um das Bauhaus, lernen die einzelnen Werkstätten und das Musterhaus kennen und werden Zeugen ihrer privaten und beruflichen Beziehungen. Das Problem ist nur, das nicht erkennbar wird, wo die Fiktion beginnt und was Fakten sind, auch wenn Jana Revedin diese Form im Vorwort als gewollt erklärt. So bleibt das Buch nicht mehr, aber auch nicht weniger als eine flüssig geschriebene, unterhaltsame Romanbiografie. Was die Lektüre auf jeden Fall erreicht: Man bekommt Lust, sich weiter mit den Bauhausfrauen zu beschäftigen.
Karin Coper