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Leicht muss man sein: mit leichtem Herz und leichten Händen, halten und nehmen, halten und lassen … Diese Worte, die die Marschallin am Ende des ersten Akts im Rosenkavalier von Richard Strauss singt, durchziehen wie ein Leitmotiv das Buch von und über Christa Ludwig, das anlässlich ihres 90. Geburtstags am 16. März dieses Jahres im Wiener Amalthea Verlag erschienen ist. Es heißt, wen wundert’s, Leicht muss man sein, und diese Lebensweisheit der Feldmarschallin, die zu den wichtigen Partien der Mezzosopranistin gehörte, hat sie sich zu eigen gemacht.
Dabei gehört das Loslassenkönnen zum Schwersten im Leben, wie sie im Vorwort schreibt, und meint dabei vor allem den Verlust von geliebten Mitmenschen. Vom Singen und vom Bühnenleben aber nahm sie tatsächlich mit „leichtem Herzen“ Abschied – trotz der großen Anerkennung vom Publikum, die sie während ihrer gesamten Laufbahn erfuhr, und der Dankbarkeit für ihr Schicksal. Der abgedruckte Dialog mit der Stimme, den Christa Ludwig selbst verfasste, bringt auf das Treffendste die Bürden und Entbehrungen des Sängerberufs zum Ausdruck, so wie sie sie erlebte.
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Das Singen wurde Ludwig in die Wiege gelegt. Beide Eltern standen auf der Bühne, die Mutter war ihre erste und einzige Lehrerin und neben dem zweiten Ehemann, Paul-Émile Deiber, die wichtigste Bezugsperson. Ihre sorgsam aufgebaute Karriere führte sie von Frankfurt aus in die ganze Welt. Zunächst an die Wiener Staatsoper, an die sie Karl Böhm 1955 engagierte und wo sie noch zum berühmten Mozartensemble gehörte. Octavian, Cherubino, Prinz Orlofsky und Komponist waren zu Beginn bevorzugte Partien, zu denen sich bald dramatischere wie Amneris und Eboli gesellten. Später reüssierte sie auch im Sopranfach, sang Leonore, Färberin, Kundry, Lady Macbeth. Von einer Stimmkrise blieb sie nicht verschont, musste deshalb eine Zeitlang kürzer treten und danach auf besonders hochgelegene Partien verzichten.
Ludwig hat fast 50 Jahre auf den Bühnen und Konzertpodien der Welt gestanden. Große Dirigenten wie Böhm, Karajan und Bernstein, in dessen Opernmusical Candide sie die Old Lady verkörperte, waren wichtige künstlerische Wegbegleiter. Dabei war nicht nur die Oper ihre Domäne. Gleichermaßen lagen ihr auch das Oratorium und der Liedgesang am Herzen. Nach Beendigung ihrer Laufbahn sang sie konsequent keinen Ton mehr, doch gab sie Meisterkurse und im hohen Alter debütierte sie noch mit einem Rezitationsabend.
Leicht muss man sein ist eine flott und flüssig geschriebene Hommage an eine der bedeutendsten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie knüpft an die Erinnerungen von Christa Ludwig an, die 1994 unter dem Titel Und ich wäre so gern Primadonna gewesen im Henschel-Verlag erschienen, mittlerweile aber vergriffen sind. Verglichen mit ihnen aber liest sich diese biografische Publikation, die von Erna Cuesta und Franz Zoglauer aufgezeichnet wurde, wie eine an der Oberfläche bleibende Essenz, in die zahlreiche Zitate der Sängerin eingestreut sind. Woher und von wann die stammen und um welche Form von Aufzeichnungen es sich überhaupt handelt, wird allerdings nicht erklärt.
Zahlreiche Fotos, viele davon aus Ludwigs Privatarchiv, und ein ausführliches, chronologisch angeordnetes Auftritts-Verzeichnis runden den Band ab, ein diskografischer Überblick fehlt jedoch. Wer mehr über die Mezzosopranistin erfahren möchte, sollte im Antiquariat nach ihren ersten, aufschlussreicheren Memoiren suchen. Eine Neuauflage dieser Erinnerungen wäre ein schönes nachträgliches Geschenk.
Karin Coper