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Wahn, Wahn, überall Wahn ...

Zum 80. Geburtstag des Baritons Bernd Weikl ist ein Festband erschienen, der rund 80 Glück­wünsche, teils handge­schrieben, von Freunden, Kollegen, Bewun­derern und Zeitge­nossen auflistet und das Lebenswerk des Sängers würdigt. Andreas H. Hölscher hat die Glück­wünsche gelesen. 

Klaus Billand - Foto © privat

Erinnerung des Herzens

Was schenkt man einem großen Künstler zu seinem 80. Geburtstag? Diese Frage haben sich sicher viele Freunde und Wegge­fährten von Bernd Weikl gefragt, der am 29. Juli diesen runden Geburtstag feiern durfte. Da man auch im Vorfeld nicht wusste, ob wegen der Covid-19-Pandemie überhaupt eine größere Feier möglich war, kam man auf eine ganz besondere Idee. Eine Gruppe von Freunden Weikls ist seit Jahren lose mitein­ander verbunden; man lernte sich bei Veran­stal­tungen mit ihm kennen und traf sich von Zeit zu Zeit bei solchen Gelegen­heiten. Ein Höhepunkt war in dieser Hinsicht die Einweihung des Museums Kammer­sänger Bernd Weikl als eines staatlich anerkannten Privat­mu­seums des Freistaates Bayern in Bodenmais am Arber, der Heimat seines Vaters, wo Weikl auch Ehren­bürger ist. Im Namen des Freun­des­kreises übernahmen Klaus Billand, Opern­kri­tiker, Christoph Dammann, Direktor des Kultur­re­fe­rates der Stadt Kaisers­lautern, Gerald Diesener vom Leipziger Univer­si­täts­verlag, Albert Gier, Libret­tologe und Romanistik-Professor, Heinz Irrgeher, Musik­autor, und Chris­tiane Meine, Ärztin, als verant­wort­liche Heraus­geber, die persönlich gehal­tenen Glück­wünsche zu Weikls 80. Geburtstag zu sammeln. Freunde, Kollegen und Wegge­fährten des Jubilars wurden einge­laden, sich an diesem Projekt zu beteiligen.

Entstanden ist nun eine Festgabe, ein bilder­reicher Band mit rund 80 zum Teil sehr persön­lichen, handschrift­lichen Glück­wün­schen von Freunden, Kollegen, Insti­tu­tionen oder Bewun­derern. Sie eint die Wertschätzung für einen brillanten Sänger, der gerne auch als der „Jahrhundert-Sachs“ bezeichnet wird, aber auch für einen klugen und nicht immer bequemen Kopf, der in vielen Büchern, Schriften, Meister­kursen und Vorträgen frei nach dem Wagner­schen Motto „Hier gilt’s der Kunst“ ein Verfechter derselben ist.

Denn neben seiner strah­lenden Sänger-Karriere hat er sich stets im besten Sinne des Wortes als „homo politicus“ begriffen, der zu Entwick­lungen in der Gesell­schaft – seien sie im Bereich der Politik, der Kunst oder der Bildung angesiedelt – seine Stimme erhob. So schreiben es die Heraus­geber in ihrem Vorwort. „Den Bildungs­auftrag staatlich subven­tio­nierter Insti­tu­tionen im Kunst­be­trieb mahnte er beispiels­weise immer dann an, wenn ihn Fehlent­wick­lungen beunru­higten. Bücher aus seiner Feder beschrieben ganz unter­schied­liche Problem­lagen in bestechender Klarheit, er verlor hier nie den Blick auf das jeweilige Ganze und sparte neben vielen Überle­gungen zu wünschens­werten zukünf­tigen Entwick­lungen nicht an Kritik, wo es ihm notwendig erschien.“

Seine Bariton­stimme gilt als die schönste ihrer Zeit, voluminös, rund und weich, markant und lyrisch, dreieinhalb Oktaven umfassend. Als „kraftvoll“ und „vielseitig“ lobte die Fachwelt die Stimme von Weikl, der am 29. Juli 1942 in Wien geboren wurde, in Bodenmais im Bayeri­schen Wald und in Mainz aufwuchs und Sänger wurde. Sein Reper­toire umfasst an die 120 Opern­partien, von Mozart, Verdi, Wagner und Strauss bis Heinrich Suter­meister und Wilfried Hillers 2003 in Nürnberg urauf­ge­führter Oper Oswald von Wolken­stein über den mittel­al­ter­lichen Minne­sänger, die Hiller für Weikl kompo­niert hat. Mit den Pianisten Cord Garben, Irwin Gage und Helmut Deutsch gab er Lieder­abende im In- und Ausland, sang Beethoven, Schubert und Hugo Wolf.

Bei den Bayreuther Festspielen war Bernd Weikl für ein Viertel­jahr­hundert eine tragende Säule, insgesamt 226 Auffüh­rungen auf dem Grünen Hügel weist die Auffüh­rungs­da­tenbank der Festspiele aus. Eine Woche vor seinem 30. Geburtstag, am 21. Juli 1972, debütierte Weikl mit der Partie des Wolfram von Eschenbach in Wagners Tannhäuser in Bayreuth, in der legen­dären Insze­nierung von Götz Friedrich. Die musika­lische Leitung hatte Erich Leinsdorf und Gwyneth Jones war in der Doppel­rolle als Venus und Elisabeth zu sehen. 34-mal sang Weikl diese Partie, die sein Durch­bruch im Wagner-Fach war. Am 20. August 1996 sang Weikl zum letzten Mal in Bayreuth, die Partie des Amfortas im Parsifal in der Insze­nierung von Wolfgang Wagner und unter der musika­li­schen Leitung von Giuseppe Sinopoli. Insgesamt 74-mal verkör­perte Weikl im Zeitraum von 1975 bis 1996 den leidenden König. Doch seine Lebens­partie wurde der Hans Sachs in den Meister­singern von Nürnberg. Nachdem er in den Jahren 1973 bis 1975 schon 20-mal als Nacht­wächter Nürnberger Luft geatmet hat, stand Weikl am 26. Juli 1981 mit gerade mal 39 Jahren zum ersten Mal als Sachs auf der Bühne, in einer Insze­nierung von Wolfgang Wagner unter der musika­li­schen Leitung von Mark Elder. Bis zum 29. August 1988 stand Weikl 43-mal als Schus­terpoet in Bayreuth auf dem Grünen Hügel. Den fliegenden Holländer in der Insze­nierung von Dieter Dorn sang Weikl in den Jahren von 1990 bis 1993 gleich 31-mal, und den Heerrufer im Lohengrin gab er von 1979 bis 1982 insgesamt 26-mal.

In diesem Viertel­jahr­hundert stand er in Bayreuth mit dem „Who is Who“ des Wagner-Gesangs auf der Bühne und prägte eine Ära, die bis heute unerreicht ist. Hinzu kommen die unzäh­ligen Auffüh­rungen in München, Wien, London, Mailand, New York und so vieles mehr. Weikl war als Sänger, aber auch als Künstler und Freigeist ein Botschafter Deutsch­lands in der ganzen Welt. Der Bariton, der Oper als Bildungs­auftrag versteht, ist Ehren­mit­glied der Wiener Staatsoper und erhielt Auszeich­nungen als Öster­rei­chi­scher, Bayeri­scher und Hamburger Kammer­sänger. Seine 2007 erschienene Autobio­grafie hat er Licht & Schatten. Meine Weltkar­riere als Opern­sänger genannt und schildert darin seine Zusam­men­arbeit mit Dirigenten wie Herbert von Karajan, Karl Böhm, Carlos Kleiber, Leonard Bernstein, Lorin Maazel, Wolfgang Sawal­lisch, Horst Stein, James Levine, Christoph von Dohnányi und vielen anderen.

So ist diese Festgabe zum 80. Geburtstag von Weikl auch ein Stück Zeit- und Musik­ge­schichte, die über ein gutes halbes Jahrhundert reicht. Es ist nicht nur Verehrung ob der großen Stimme, es ist auch die Anerkennung für sein Engagement, für seine warmherzige Persön­lichkeit und für sein großes kultu­relles und bürger­liches Engagement. So schreibt Edda Moser in ihrem Grußwort auch über die vielen Entbeh­rungen, die Künstler oft hinnehmen müssen: „Nach den vielen Entbeh­rungen fragte niemand, und ‚Entbehrung‘ lernten wir erst, als sich der Vorhang nach dem letzten Auftritt schloss. Ach, Bernd Weikl, wieviel Glück hattest Du, einen der ersten Plätze im Weltall zu besetzen. Im Weltall der Musik. – Du großer weiser Darsteller und Interpret des Geheim­nisses des Singens.“ Sie schließt ihre persön­lichen Worte mit den sehr nachdenk­lichen Zeilen: „Wenn’s zum Ende geht, ist jeder einsam, Ende der Karriere, Ende der Erregung, Ende des Lampen­fiebers, Ende der Verant­wortung, die einem in die Hand gegeben wurde durch einmalige Fähig­keiten. Es gibt keinen Trost. Es gibt aber Dankbarkeit. – Und ‚Dankbarkeit ist die Erinnerung des Herzens‘ (sagte der Fuchs zum Kleinen Prinzen). Auch das gehört natürlich zu einer großen Karriere, der Moment des Abschieds von der Bühne, die Endlichkeit des eigenen Seins.“

Als erste Gratu­lantin in diesem Buch haben die Heraus­geber des Werks die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, prominent gesetzt. Mit offizi­ellem Briefkopf der Festspiele, maschinell geschrieben, heißt es da: „Ich darf Ihnen, verehrter Kammer­sänger Bernd Weikl, sehr herzlich zu Ihrem 80. Geburtstag gratu­lieren. Fast 25 Jahre waren Sie eine der tragenden Säulen der Bayreuther Festspiele und haben mit Ihrer Stimme und Darstel­lungs­kraft das Publikum und alle Mitwir­kenden in den Bann gezogen. Als Buchautor, Dozent und Regisseur haben Sie ihren enormen Erfah­rungs­schatz weiter­ge­geben und für die Nachwelt festge­halten. Ich wünsche Ihnen auch weiterhin beste Gesundheit und die Neugier auf alles Kommende. Mit herzlichen Grüßen, Ihre Katharina Wagner“. Diese „Gratu­lation aus Bayreuth“ hat den Charme einer Verlaut­barung in einem Amtsblatt. In der Vergan­gen­heitsform käme sie auch als Nachruf in einer Todes­an­zeige zur Geltung. Auf Nachfrage bei einem der Heraus­geber wird deutlich, wie wenig ein Sänger der Vergan­genheit bei Katharina Wagner zählt. Drei Tage vor Redak­ti­ons­schluss hatte es keine Antwort aus Bayreuth gegeben, und erst das nochmalige beharr­liche Nachfragen ergab kurz vor knapp das Statement, das hervor­ragend zu der aktuellen Diskussion um die Festspiel­leitung Katharina Wagners passt. Dürftiger und weniger empathisch kann man einen verdienten Sänger nicht mehr würdigen. Als Katharina Wagner geboren wurde, hatte Bernd Weikl bereits 67-mal in Bayreuth gesungen. Seine beiden großen Partien, der Sachs und der Amfortas, hat er in Insze­nie­rungen ihres Vaters Wolfgang Wagner gesungen, der Weikl als jungen Sänger nach Bayreuth geholt und ihn gefördert hat. Wolfgang Wagner hätte sicher sehr persön­liche, handschrift­liche Grüße versendet, denn für ihn waren seine Sänger Teil der Bayreuther Familie. Ein Foto von einem Gartenfest in Bayreuth zeigt den jungen Weikl mit Wolfgang Wagner und anderen Mitwir­kenden bei einem gesel­ligen Bier. Solche Gedanken sind Katharina Wagner fremd, und die Peinlichkeit ihres Grußes steht für sich.

Wenn man dann im Buch schnell weiter­blättert, kann man noch einmal den „Wahnmo­nolog“ des Hans Sachs aus dem dritten Aufzug der Meister­singer von Nürnberg nachlesen, neben der Schluss­an­sprache die wohl wichtigsten Worte des Schus­ter­poeten, die auch titel­gebend für die Festschrift sind. Eine Collage aus den Kalen­der­blättern Weikls von 2010 bis 2015 zeigt sein großes Engagement auch noch im fortge­schrit­tenen Alter. Und dann beginnt der Reigen der Gratu­lanten. Die meist handge­schrie­benen Grüße werden, falls nicht in deutscher Sprache, übersetzt und sowohl im Original als auch in Maschi­nen­schrift zum besseren Lesen abgedruckt, oft mit persön­lichen Fotos der Gratu­lanten, die auch auf die enge Verbindung zum Sänger verweisen. Eröffnet wird der bunte Blumen­strauß persön­licher Glück­wünsche von Placido Domingo. Er beginnt seinen Gruß mit „Amfortas! Die Wunde!“ und schreibt über ihre gemein­samen Auffüh­rungen des Parsifal in Bayreuth, den Domingo 15-mal sang. Hier erweist einer der größten Sänger seinem ein Jahr jüngeren Kollegen Achtung und Anerkennung. Den Brief schließt Domingo mit den Worten: „Dear Bernd, stay healthy and let us open a bottle, when we meet the next time. Es lebe der Champagner, der König aller Weine. Alles Gute, Dein Placido“. Eine Reminiszenz an diverse Auffüh­rungen der Fledermaus, die Domingo in Wien dirigierte und in denen Weikl den Eisen­stein gab.

Zu den Gratu­lanten zählen Wilfried Hiller, der Komponist der Oper Wolken­stein, und der Regisseur Percy Adlon, der die Urauf­führung des Werkes mit Weikl in Szene setzte. Die Anrede: „Viel geliebter Weikl­steiner, auch ‚Wölkchen‘ genannt …“ lässt erahnen, wie herzlich und innig das Verhältnis der Protago­nisten zur Urauf­führung am 6. März 2004 in Nürnberg gewesen sein muss. Was Katharina Wagner in ihrem Grußwort vermissen lässt, holt Sven Friedrich, der Leiter des Richard-Wagner-Museums in Bayreuth, mit einer Hommage und Würdigung der Lebens­leistung Weikls nach. Auszüge aus Presse­be­richten, die den jungen Weikl bei seinem Debüt als Wolfram von Eschenbach in Bayreuth in den Himmel lobten, lesen sich heute wie „aus längst vergan­genen Zeiten“. Friedrich ergeht sich aber nicht in reiner Lobhu­delei, sondern analy­siert scharf­sinnig die Karriere Weikls in Bayreuth, und lässt auch nicht aus, warum er auf dem Grünen Hügel nicht den Wotan gesungen hat.

Christian Thielemann bringt es in einem kurzen, aber prägnanten Gruß auf den Punkt: „Lieber Bernd, die Zusam­men­arbeit mit Dir ist mir unver­gesslich! Wie oft habe ich Dich gehört und Deine Gestal­tungsgabe bewundert.“ Pianist Helmut Deutsch, der mit Weikl Franz Schuberts Winter­reise einge­spielt hat, denkt mit berüh­renden Worten an die gemeinsame Arbeit zurück, und Brigitte Fassbaenders Geburts­tagsgruß an den drei Jahre jüngeren Kollegen liest sich wie eine Liebes­er­klärung: „Und wenn ich an Dich denke, dann sehe ich einen ‚Lieblings-Guglielmo‘ vor mir, dessen viriler Schön­gesang, dessen verfüh­re­ri­scher Mund und dessen verschmitzte Augen mein Dorabellen-Herz höher schlagen ließ! Ich glaube, wir waren ein ziemlich sexy-Paar auf der Bühne ….“ Dame Gwyneth Jones, die bei Weikls Debüt in Bayreuth im Tannhäuser die Venus und die Elisabeth gleichsam verkör­perte, beginnt ihren Gruß mit einem Zitat der Feldmar­schallin aus dem Rosen­ka­valier von Richard Strauss: „Die Zeit ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts.“ Und in ihren Erinne­rungen an die gemeinsame Tannhäuser-Produktion schreibt sie. „Jedes Mal blieb ich, nachdem ich Elisa­beths Gebet im dritten Akt gesungen hatte, auf der Seite stehen, um Wolframs und Deinem wunder­schönen Gesang an den Abend­stern zu lauschen …“ Und Moser, die ja schon im Grußwort des Buches berüh­rende Worte fand, schreibt in einem persön­lichen Brief an Bernd Weikl herzlich, dass man als Leser einfach berührt und auch gerührt sein muss: „Ich denke oft daran, wie wir an der Staatsoper zu Wien Figaro sangen, Du den Conte, ich die Contessa, und wir standen vor unserem Auftritt, und Du sagtest: ‚Also ich singe die Rolle nicht gern‘. Du gingst hinaus auf die Bühne, und der Himmel öffnete sich … Horst Stein lächelte, und Mozart da oben wahrscheinlich auch … Du großer wunder­barer Sänger! Lächeln unter Tränen und Erinne­rungen, welche Dankbarkeit des Herzens sind. Deine Edda Moser.“ Schöner kann man Kolle­gia­lität und Freund­schaft nicht mehr ausdrücken.

Doch es sind nicht nur die großen Sänger, die ihre Verbun­denheit mit Weikl zum Ausdruck bringen, auch weniger bekannte Freunde, Kollegen, Bewun­derer kommen im Buch zu Wort, und deren Herzlichkeit steht den eben zitierten in keiner Weise nach. Mit einem gewissen Schmunzeln darf man das Schreiben des Bayeri­schen Polizei­ver­wal­tungs­amtes Straubing lesen: „Gerne erinnern wir uns an Ihr Gastspiel anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Zentralen Bußgeld­stelle des Bayeri­schen Polizei­ver­wal­tungs­amtes in Viechtach 2007 zurück. Ihr künst­le­ri­scher Beitrag hat diesen Jahrestag zu einem beson­deren Ereignis gemacht. Als Ehren­kom­missar werden Sie immer ein Teil des PVA bleiben.“ Das zeigt, dass Weikl nicht nur auf den großen Bühnen der Welt zuhause war, sondern die Gemein­schaft seiner väter­lichen Heimat zu schätzen wusste, bürgerlich und volksnah.

Und so ist die Festschrift ein buntes Potpourri persön­licher, herzlicher Grüße zu Weikls 80. Geburtstag, initiiert durch Freunde, die Weikl nicht nur als Sänger, sondern auch als Mensch schätzen und ihre Zuneigung mit diesem Buch zum Ausdruck gebracht haben. Für Freunde von Weikls Gesang und seiner Darstellung ist das Werk ein Muss, aber auch wer ihn nicht näher kennen­ge­lernt hat, wird an diesem Buch mit vielen Fotos seine Freude haben. Kleine Empfehlung zur Lektüre: Ein guter Rotwein und auf CD den dritten Aufzug der Meister­singer von Nürnberg in der legen­dären Aufnahme des Bayeri­schen Staats­or­chesters unter Wolfgang Sawal­lisch, natürlich mit Bernd Weikl in seiner Parade­rolle als Hans Sachs. „Verachtet mir die Meister nicht, und ehrt mir ihre Kunst!“

Andreas H. Hölscher

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