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Slavic Soul

Das junge öster­rei­chische Oberton String Oktett besticht auf seinem neuen Album Slavic Soul, das bei Ars Produktion erschienen ist, mit großer, tiefgrün­diger Leiden­schaft, Tempe­rament und Spiel­freude. Schost­a­ko­witsch, Afanassjew und Glière liefern den nötigen Zündstoff. Helmut C. Mayer hat sich das Album angehört. 

Oberon String Oktett - Foto © Christian Jungwirth

Glühendes Temperament

Eigentlich sitzt man doch ein bisschen zwischen den Stühlen, denn als Streich­oktett ist man kein Streich­quartett mehr, aber auch noch kein kleines Orchester. Und trotzdem gelingt es dem Oberton String Oktett mit seinem neuen Album eine erstaun­liche Klang­fülle zu erzeugen, sodass man ein weit größeres Ensemble zu hören glaubt. Noch dazu verspürt man bei den Musikern vom ersten Ton an eine unbändige, sprühende Spiellust, die sich durch alle Stücke zieht. Weiters lässt sich eine hohe technische Virtuo­sität gepaart mit tiefsin­nigen Emotionen bei den Lyrismen, aber auch glühendes Tempe­rament bei den schnel­leren Sätzen erlau­schen. Und so werden die jungen drei Musike­rinnen und fünf Musiker dem Titel des Albums Slavic Soul voll gerecht. Vor allem, weil man ausschließlich Stücke von russi­schen Kompo­nisten im Gepäck hat.

Mit den Zwei Stücken für Streich­oktett op. 11, gewis­ser­maßen die Vorbe­reitung für die später folgenden grandiosen Streich­quar­tette von Dmitri Schost­a­ko­witsch, Jugend­werke mit 18 Jahren 1924 und 1925 kompo­niert, gelten als die ersten kammer­mu­si­ka­li­schen Versuche des jungen Lenin­graders, startet das Album. Da werden die zerfah­renen Klüfte dieser Werke mit sinnlicher Breite musiziert. Filigrane Beweg­lichkeit beim Prelude aber auch furiose Tremoli, die mit Glissandi und flirrenden Sechzehnteln wechseln, folgen beim Scherzo.

Schon 1875 veröf­fent­liche Nikolai Afanassjew das Doppel­quartett in D‑Dur. Das viersätzige Werk ist tief in der roman­ti­schen Klangwelt verhaftet und glänzt durch meister­hafte Behandlung des Strei­cher­klangs und Rückgriff auf russische Volks­weisen mit raffi­nierten Echowir­kungen. Und genauso meisterhaft und raffi­niert sowie mit beschwingtem Gestus wird es auch musiziert.

Ebenfalls in jungen Jahren kompo­nierte Richard Glière das Streich­oktett in D‑Dur, op. 5. Zwar hat er seinen Namen von seinen deutschen Vorfahren geerbt, seine Tonsprache ist jedoch rein russisch. Leiden­schaftlich, mit energi­schem Schwung dringen die Musiker in diese Klangwelt und deren Kontraste ein, blühende Farben und solis­tische Bravour­leis­tungen fallen hier besonders auf.

Jetzt erschien das Album bei Ars Produktion, aufge­nommen im Dezember 2019 in Graz. Das Booklet liefert reichlich Hinter­grund­in­for­ma­tionen zum Werk, aber auch ausführ­liche Biografien zu den Künstlern. Klar und brillant ist ohne Einschränkung der Ton.

2015 in Graz gegründet, machte das junge Oktett mit Jevgenijs Cepoveckis, Veronika Brecelj, Andrii Uhrak, Alberto Stiffoni, alle auf der Violine, sowie Sehii Zhuravlov, Hanga Fehér auf der Bratsche, wie auch Floris Fortin, Dorottya Standi am Cello, alle zwischen 1993 und 97 geboren, gleich von Anhieb inter­na­tional von sich zu reden. Außer im Grazer Musik­verein und der Wiener Hofburg trat man auch bei zahlreichen Festivals, etwa dem steiri­schen Kammer­mu­sik­fes­tival, dem Sounding Jerusalem Festival, der 22nd Music Night of Sarajewo, dem Euro Chamber Festival in Danzig sowie beim Carin­thi­schen Sommer in Ossiach in Kärnten auf.

Helmut Christian Mayer

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