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Viola solo

Christian Euler hat sein viertes Album, erschienen bei MDG, heraus­ge­bracht, diesmal nur mit Werken für Viola solo, etwas für ausge­spro­chene Freunde der Bratsche. Im Mittel­punkt des Albums stehen die drei Suiten von Max Reger, die für Viola kompo­niert wurden. Als tiefschürfend und berührend empfindet Helmut C. Mayer das Ergebnis der Bemühungen Eulers. 

Christian Euler - Foto © wildundleise

Klare und virtuose Klänge der Bratsche

Drei Alben mit Klavier­be­gleitung hat Christian Euler schon aufge­nommen. Nun hat er sich entschlossen, ein viertes mit der Viola solo heraus­zu­bringen. Es wurde ein Album für ausge­spro­chene Spezia­listen, für Liebhaber dieses Instru­mentes. Aber etwaigen Skeptikern, die sich vielleicht vor allzu viel Gleich­för­migkeit fürchten, sei gesagt, das Ergebnis kann sich hören lassen: Denn einer­seits weiß Euler mit sehr nuancen­reichem, ungemein farbigem Spiel und höchster Virtuo­sität aufzu­trumpfen, mit Werken, gespickt mit diffi­zilsten Doppel­griffen und mit Arpeggien über alle Saiten. Anderer­seits sind seine Inter­pre­ta­tionen sehr tiefschürfend und berührend.

All das kann man im insbe­sondere beim Haupt­ge­gen­stand seiner vierten MDG-Produktion, nämlich bei den drei Suiten op. 131d von Max Reger erlau­schen. Er hat hier die Sehnsucht des Kompo­nisten nach Einfachheit und nach dem „alten Stil“, der sich immer wieder an Johann Sebastian Bach orien­tiert, ideal getroffen und die Suiten mit samtig-gesät­tigten Farben seines präch­tigen Instru­mentes beinahe orchestral klingend musiziert. Zwei Reper­toire­stücke und eine Entde­ckung, dazwi­schen gespielt, ergänzen diese Trilogie. Von Paul Hindemith, dem Christian Euler bereits sein voriges Album gewidmet hatte, erklingt die ausge­wachsene Solosonate aus 1937. Hinde­miths Bratschen­spiel ist auf aller­höchstem Niveau und wird von Euler mit Bravour bewältigt. Ganz aus dem Geiste des Barocks kann man dann die Passa­caglia des nahezu unbekannten, schwei­ze­ri­schen Geigers Alfred Pochon, der von 1878 bis 1959 lebte, erlau­schen. Es ist eine Musik, die sich unver­kennbar auf die berühmte Bachsche Chaconne in d- Moll bezieht und vom Stil viel tradi­tio­neller ist als jene von Reger. Es ist ein Stück, das aus der Zeit gefallen scheint, auf hohem künst­le­ri­schem Niveau. Und schließlich erklingt zum Schluss Igor Strawinskis zarte Elegie aus 1944. Hier wird Christian Euler diesem stillen, dreitei­ligen, streng zweistim­migen Epilog voll gerecht.

Der in Kassel geborene Christian Euler studierte in Köln und an der renom­mierten Juilliard School in New York. Nach einem Jahr bei den New Yorker Philhar­mo­nikern war er von 1984 bis 1991 Bratschist im Philadelphia Orchestra, wo er unter Pultgrößen wie Leonard Bernstein, Riccardo Muti, Zubin Metha, Wolfgang Sawal­lisch, Erich Leinsdorf, Raffael Kubelik, Klaus Tennstedt spielte. Neben Solokon­zerten in Europa und Amerika tritt er immer wieder in Kammer­mu­sik­ensembles auf. Im Jahr 1991 erhielt er eine Professur an der Grazer Univer­sität für Musik und darstel­lende Kunst, wo er die Leitung der Strei­cher­ab­teilung innehat.  Zudem gibt er zahlreiche Meister­kurse in mehreren Ländern Europas.

Reich an Hinter­grund­in­for­ma­tionen zu den einzelnen Werken ist das Booklet der CD, exzellent ist der Ton der Aufnahme.

Helmut Christian Mayer

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