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Tosca

Benoit Jacquot verfilmte Giacomo Puccinis Verismo-Reißer gekonnt als Opernfilm mit großar­tigen Sänger­schau­spielern. Angela Gheorgiu, Ruggero Raimondi und Roberto Alagna sind hier in auch stimmlich wunder­baren Auftritten zu genießen. Die DVD, die bei Arthaus erschienen ist, bietet auch musika­lisch vom Feinsten, findet Helmut C. Mayer. 

Antonio Pappano - Foto © Musacchio & Ianiello

Packender Opernthriller

Es hat schon was, wenn Oper nicht für die Bühne, sondern für das Kino insze­niert wird. Benoit Jacquot machte das so und schuf mit Giacomo Puccinis Tosca einen packenden Opernfilm, schon 2001, der als DVD bei Arthaus Musik erschienen ist.

Geprägt von großer Ästhetik in großar­tigem, tradi­tio­nellem Dekor, einer riesigen Kirche, einem prunk­vollen Saal mit brennendem, offenem Kamin im zweiten Akt und auf der Plattform der Engelsburg in Rom zum Finale, die Bühne stammt von Sylvain Chauvelot, sowie in sehr geschmack­vollen, histo­ri­sierten Kostümen, die von Christian Gasc erdacht wurden, zeigt Jacquot in detail­lierter und ideen­reicher Regie einen spannenden Opern­thriller. Jacquot nützt dabei nicht nur die Total­auf­nahme, sondern auch sehr oft die Großauf­nahme, die so weit geht, dass man teils auch nur noch die wütenden Augen des römischen Polizei­chefs Scarpia sieht. Er lässt die Protago­nisten bei dieser Playback-Aufnahme fallweise auch nur schweigen oder nur die gesun­genen Worte der Aufnahme zusätzlich bei ihren persön­lichen Gedanken sprechen. Von dieser sieht man immer wieder Ausschnitte aus dem Studio nur in Schwarzweiß. Zudem werden auch immer wieder Aufnahmen von den Origi­nal­schau­plätzen, wenn von ihnen die Rede ist, bewusst nur in grobkör­niger Farbe gezeigt.

Dass das filmische Unter­nehmen aber so gelungen ist, ist aber auch der Tatsache zuzuschreiben, dass der Regisseur Singschau­spieler ersten Ranges zur Verfügung hat, die zum Zeitpunkt der Aufnahme auch alle in Saft und Kraft am sänge­ri­schen Zenit standen. Allen voran bietet Ruggero Raimondi einen Scarpia zum Nieder­knien: Undurch­sichtig, verschlagen, abgründig, mit eiskalten, bösen Augen, mit grausamer, aber auch lüsterner Mimik gibt er einen Polizeichef zum Fürchten. Er singt ihn mit schwarzer Bruta­lität, aber auch barito­naler Eleganz. Besonders radikal wird dabei auch die Folter­szene und voll packendem, brutalem Realismus der Mord gezeigt, begangen durch die Titel­heldin, die diesen mit besonders expres­siven „Mori, Mori“ – „Stirb, stirb“ Schreien verstärkt. Sie wird von Angela Gheorgiu mit aller Leiden­schaft, Liebe und Verzweiflung und allen Spitzen­tönen gespielt und gesungen. Besonders gefühlvoll gelingt ihr die Arie Vissi d’arte. Ihr zur Seite ist mit Roberto Alagna ein schmelziger, höhen­si­cherer Cavara­dossi gefunden, der das „Vittoria!“ strahlend schmettern kann und mit seiner Parade-Arie É lucevan le stelle begeistert. Erwäh­nenswert von den vielen, kleineren Rollen sei noch besonders Maurizio Muraro als kerniger, geflüch­teter Angelotti erwähnt. Der Chor des Royal Opera House, Covent Garden London, von Terry Edwards einstu­diert, und der Tiffins Boys Choir, von Simon Toyne einge­wiesen, dürfen besonders im Te Deum sehr klang­ge­waltig auftrumpfen.

Spekta­kulär und prächtig musiziert auch das Orchester des Royal Opera House Covent Garden London. Der am Pult stehende Antonio Pappano schafft es, viele zündende Funken und eine fast perma­nente, ja oft sogar siedend ausge­reizte Hochspannung zu erzeugen.

Helmut Christian Mayer

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