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Il trovatore

Im vergan­genen Jahr war noch alles in Ordnung, auch in der Arena di Verona. Und so konnte dort Il trovatore in der Insze­nierung von Franco Zeffi­relli aufge­zeichnet werden, die inzwi­schen bei C‑Major erschienen ist. Helmut C. Mayer gefällt vor allem die beein­dru­ckende Farben­pracht mit dem Debüt einer Primadonna. 

Szenenfoto - Foto © Ennevi

Ästhetische Bildmacht

Gerade jetzt wäre die diesjährige Saison mit den wichtigsten Premieren und den Wieder­auf­nahmen in der Arena di Verona bereits angelaufen und im vollen Gange. Man wartete auch noch längere Zeit mit einer Absage, die dann aber doch kam, und die künst­le­rische Leiterin Cecilia Gasdia musste auf Grund der Pandemie das heurige Programm komplett auf das nächste Jahr verschieben. Für diesen Sommer sind jetzt nur einige konzer­tante Arien­abende geplant. Gerade recht­zeitig ist jetzt bei C‑Major eine DVD von Giuseppe Verdis Il Trovatore aus dem vergan­genen Jahr heraus­ge­kommen, von Franco Zeffi­relli in Szene gesetzt. Der mittler­weile verstorbene Regie-Altmeister versteht es wie kein Zweiter, die riesigen Räume der Arena-Bühne mit Leben zu erfüllen und die Chöre und Menschen­massen geschickt zu führen. Die Veroneser Opern­fest­spiele werden noch eine Zeitlang von seinen existie­renden Insze­nie­rungen zehren können. Vielleicht können noch Hugo de Ana oder Pier Luigi Pizzi mit dem Riesenrund ähnlich umgehen.

Und so hat Zeffi­relli, der ja wie immer sein eigener Bühnen­bildner ist, auch beim Troubadour wieder aus dem Vollen geschöpft und dem Auge eine große ästhe­tische Bildmacht inklusive Farben­pracht geboten. Besonders optisch beein­dru­ckend ist, wenn sich der mittlere der drei mit Waffen übersäten Wehrtürmen, als Leonore der Welt abschwören will, zu einer pracht­vollen gotischen Kathe­drale öffnet. Und er erlaubte es sich auch, zusätz­liche Zigeu­ner­bal­lette einzu­führen, um auch die präch­tigen Kostüme, die von Raimonda Gaetani stammen, effektvoll zur Schau stellen zu können. Auch Tiere, in diesem Fall Pferde, dürfen nicht fehlen, und so können Leonore und Manrico ihrem kurzen Glück entge­gen­reiten. Staunen machen auch die vielen Details, die auf dieser DVD erkennbar sind und von Ticiano Mancini als Video-Regisseur wunderbar einge­fangen werden. Details, die für den Arena-Besucher auf Grund der riesigen Dimen­sionen als solche nie erkennbar sind.

Bemer­kenswert ist diese Produktion aber auch, weil keine Geringere als Anna Netrebko damit in der Arena debütierte. Strahlend schön singt sie die Leonora, reich an Farben und Emotionen ihres dunkel grundierten, leiden­schaftlich lodernden Soprans und mit Leichtheit und Präzision die Kolora­turen sogar einmal auf dem Pferd reitend. Und sie findet auch zu engels­gleichen Tönen. Wer sie engagiert, muss auch Yusif Eyvazov nehmen, der den Manrico zuver­lässig, mit allen mühelosen Acuti auch für die berühmte Stretta singt. Leider stört wie immer sein gequetscht klingendes Timbre in der Mittellage. Dolora Zajick ist eine ungemein präsente Azucena mit unheim­licher, geradezu dämoni­scher Ausstrahlung. Haupt­sächlich mit sehr kraft­vollen, ja kraft­meie­ri­schen Tönen erlebt man Luca Salsi als Graf Luna. Von den vielen kleineren Rollen sticht besonders Riccardo Fassi als Ferrando hervor. Mit viel Kraft singt der Chor.

Bei Pier Giorgio Morandi am Pult des Orchesters wäre hinsichtlich Vitalität und Zusam­men­spiel mit dem Chor noch Luft nach oben. Zudem hängt er bei seiner Begleitung zu sehr an den Lippen der Diva und erlaubt ihr alle Freiheiten. Aber als erfah­rener Kapell­meister hält er alles gut zusammen, was in der Arena besonders zu würdigen ist.

Unend­lichen Jubel für alle Betei­ligten gibt es zum Schluss, ganz intensiv für Netrebko.

Helmut Christian Mayer

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