Klavierkonzerte von Mozart

Gemeinsam mit der Bayeri­schen Kammer­phil­har­monie hat der Pianist Alexander Schimpf die Mozart-Klavier­kon­zerte Nr. 11 bis 13 einge­spielt. Erschienen ist das Album bei CAvi-music. Helmut C. Mayer hat sich das Album angehört und ist vor allem sehr angetan von der Perfektion in der Kunst des Dialo­gi­sierens, die Alexander Schimpf an den Tag legt. 

Alexander Schimpf - Foto © Irène Zandel

Es klingt alles wie selbstverständlich

Die Concerten sind eben das Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht. Sie sind sehr brillant – angenehm in die Ohren. Hie und da können auch Kenner allein Satis­faction erhalten – doch so, dass auch die Nicht­kenner damit zufrieden seyn müssen – ohne zu wissen warum …“ So schrieb Wolfgang Amadeus Mozart im Jahr 1782 in einem Brief an seinen Vater Leopold über die neu entstan­denen Klavier­kon­zerte KV 413 bis 415. Daraus wird deutlich, dass sie rein einem kommer­zi­ellen Ziel folgten und für die rasche Aufführung in Wien gedacht waren.  Kenner und Nicht­kenner sollten mit der Klang­schönheit zufrie­den­ge­stellt werden. Damit eröffnet Mozart die Reihe der so bedeut­samen Wiener Konzerte. Diese Klavier­kon­zerte veröf­fent­lichte Mozart im Jahr 1783 in Wien, sie entstanden quasi in der Übergangszeit in seine späte Phase, mit denen das sympho­nische Instru­men­tal­konzert auf einen ersten Höhepunkt der Musik­ge­schichte geführt wurde.

In der vorlie­genden Aufnahme wird auf die von Mozart ausdrücklich autori­sierte Version zurück­ge­griffen, die Parti­turen aller drei Konzerte ohne die später hinzu­ge­fügten Bläser­stimmen zu reali­sieren, was vielleicht etwas von ihrer klang­lichen Farbigkeit nimmt. Noch fehlen darin jene die späteren Konzerte so prägenden Dialoge zwischen dem Klavier und den Holzbläsern. Im Prinzip sind sie Konzerte für Klavier und Streich­or­chester. Insgesamt sind sie helle, freund­liche Werke, nur manchmal wird die durch­gehend heiter-konzer­tante Stimmung um ein nachdenk­li­cheres Moment bereichert.

Die von der Bayeri­schen Kammer­phil­har­monie unter ihrem Konzert­meister und Leiter Gabriel Adorján einge­setzten dreizehn Streicher reagieren mit großer Flexi­bi­lität und Sponta­neität und begleiten ohne Dirigenten ungemein luftig und duftig, unbeschwert und leicht.

Mit perlenden Läufen, feinsten Nuancen, vollendeter Eleganz und Perfektion bei der Kunst des Dialo­gi­sierens weiß Alexander Schimpf bei allen drei Konzerten als Solist zu glänzen. Obwohl für alle drei Konzerte die Origi­nal­ka­denzen des Kompo­nisten überliefert sind, hat der Pianist, so wie es früher eigentlich Tradition war, eigene Kadenzen geschaffen, die der Mozart­schen Klangwelt mehr oder weniger verpflichtet bleiben. Dabei nutzt er sie, um Mozarts ausschließlich gewählte originale Dur-Themen in einer Moll-Variante erscheinen zu lassen. Dass Schimpf mit der Bayeri­schen Kammer­phil­har­monie seit Langem eine freund­schaft­liche Zusam­men­arbeit verbindet, spürt man in jedem der Konzerte. Und das Wichtigste ist: Alles klingt, so wie es bei Mozart sein soll, absolut selbstverständlich.

Das Album erschien beim Label CAvi-music mit reich­lichen Infor­ma­tionen zu den Stücken und den Künstlern. Durch und durch trans­parent und brillant ist der Ton.

Der 38-jährige und in Göttingen geborene Alexander Schimpf ist nach bedeu­tenden Wettbe­werbs­er­folgen in Bonn, Wien und Cleveland ein gefragter Solist weltweit. Auftritte erfolgten solis­tisch und mit bedeu­tenden Orchestern – allein in den USA mit 30 verschie­denen –  in bedeu­tenden Konzert­sälen wie Wien, Berlin, St. Petersburg, Frankfurt, Bonn, Köln, München, Paris, Madrid, New York, aber auch in Asien und Südamerika. Daneben spielt Schimpf auch viel Kammer­musik, hat bereits drei Solo-Alben heraus­ge­bracht und hat eine Professur in Hannover inne.

Helmut Christian Mayer

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