Kommentare

  • Fragwürdiger Paukenschlag

    Was ist der Beschluss eines Stadtrats wert? Wer die Ereig­nisse zum Neubau der Düssel­dorfer Oper verfolgt, kommt schnell zu dem Schluss: Eigentlich nichts. Im vergan­genen Jahr beschlossen die Stadt­oberen, den Neubau an derselben Stelle zu errichten wie die alte Oper. Am 24. Juni dieses Jahres verkündete der Oberbür­ger­meister den „Beschluss“, die Oper werde nun doch an einen anderen Standort verlegt. Es gibt dazu keinen Beschluss. Ob es überhaupt eine neue Oper geben wird, steht derweil in den Sternen.


    24. Juni 2024

    Michael S. Zerban

  • Erinnerungen an einen Schwerenöter

    Nun hat es also den großen Plácido Domingo erwischt. Associated Press, eine große ameri­ka­nische Nachrich­ten­agentur, bezichtigt ihn in einem Beitrag, der unter anderem im Holly­wood­re­porter veröf­fent­licht wurde, der sexuellen Beläs­tigung. Acht Sänge­rinnen und eine Tänzerin unter­stellen dem Sänger, sie bei persön­lichen Begeg­nungen sexuell belästigt zu haben. Die Vorgänge liegen um die 30 Jahre zurück.


    13. August 2019

    Michael S. Zerban

  • Neusprech in der Kultur

    George Orwell hat in seinem Roman 1984 vor der Einfluss­nahme auf die Sprache gewarnt. Allzu verlo­ckend scheint die Manipu­lation der Sprache für dieje­nigen zu sein, die Macht beanspruchen oder durch­setzen wollen. Dass Gendern nichts anderes als solch eine ideolo­gische Sprach­ver­fäl­schung ist, wird von der feminis­ti­schen Lingu­istik gern rheto­risch überspielt. Dass Menschen in Kultur­in­sti­tu­tionen in anscheinend voraus­ei­lendem Gehorsam diese Form der Sprach­ver­ge­wal­tigung übernehmen, stimmt mehr als nachdenklich.


    15. März 2019

    Michael S. Zerban

  • Aus Theater wird Provinztheater

    Wenn es an einem Theater oder Opernhaus nicht rund läuft, ist der gute Ruf schnell ruiniert. Und zwar nachhaltig. Dabei ist es ziemlich egal, in welchem Land oder welcher Stadt die Künst­le­rische Leitung eines Hauses mit Provinz­possen beginnt. Derzeit scheint es in Bern mehr Skandälchen als Theater zu geben, das die Bürger begeistert. Peter Wäch kommentiert.


    5. Januar 2019

    Peter Wäch

  • Bärendienst für die Musikwelt

    Anfang August dieses Jahres entließ das König­liche Concert­gebouw-Orchester mit sofor­tiger Wirkung seinen Chefdi­ri­genten Daniele Gatti, nachdem Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen ihn laut geworden waren. Die Vorwürfe sind ungeklärt, Gerichts­ver­fahren gegen den Musiker anhängig. Jetzt hat die Oper in Rom bekannt­ge­geben, dass Gatti die Stelle ihres musika­li­schen Leiters zum kommenden Monat antreten wird. Unanstän­diger kann es kaum werden.


    6. Dezember 2018

    Michael S. Zerban

  • Was alles möglich ist

    Die Bilder, die aus Erl herüber­schimmern, wirken reichlich bizarr. Während Gustav Kuhn und sein Anwalt versuchen, die möglichen Opfer zu schmähen, will man in Tirol Ruhe in die Affäre bringen und benennt vorsorglich schon mal den Nachfolger des Künst­le­ri­schen Leiters. In welchen Funktionen Bernd Loebe, bislang und dann parallel Intendant der Frank­furter Oper, tatsächlich tätig wird, bleibt wieder offen. Da wird in Erl bekanntlich sehr genau unterschieden.


    25. Oktober 2018

    Michael S. Zerban

  • Bis an die Schmerzgrenze

    Der Streit um die BDS-Zugehö­rigkeit einer zur Ruhrtri­ennale einge­la­denen Hip-Hop-Band lässt Souve­rä­nität auf allen Seiten vermissen. Gleichwohl sollte er Anlass sein, die politische Bedeutung eines solchen Festivals in Erinnerung zu rufen.


    25. August 2018

    Pedro Obiera

  • Sprachliche Entgleisungen

    Wer sich über Regeln hinweg­setzt, fühlt sich gut. Und hat Recht. Meistens. Manchmal. Nicht immer. In Deutschland gibt es Recht­schreib­regeln. Und die gibt es ausnahms­weise mal nicht, weil die Bürger gemaß­regelt werden sollen, sondern damit ein Höchstmaß an sprach­licher Klarheit erreicht werden kann. Die Verge­wal­tigung der deutschen Sprache, die viele Kultur­trei­bende inzwi­schen betreiben, ist kaum noch erträglich – weil sie von nichts anderem als Dummheit zeugt.


    7. August 2018

    Michael S. Zerban

  • Sie können es nicht lassen

    Nachdem Gustav Kuhn nun seinen Sessel als Künst­le­ri­scher Leiter – vorüber­gehend – geräumt hat, wird Andreas Leisner interi­mis­ti­scher Leiter der Tiroler Festspiele Erl. So, hat man gedacht, kommt nun Ruhe in die Angele­genheit, um die Vorwürfe gegen Kuhn abseits des Festspiel­ge­schehens unter­suchen zu können. Aber schon einen Tag nach der „Selbst-Suspen­dierung“ stellt sich die Frage, ob es sich hier nicht eher um einen weiteren Winkelzug handelt.


    2. August 2018

    Michael S. Zerban

  • Und es werden mehr

    Bei den Tiroler Festspielen Erl laufen die Sommer­fest­spiele, als sei nichts geschehen. Gustav Kuhn, inzwi­schen heftig umstrit­tener Künst­le­ri­scher Leiter, will am Sonntag noch die Götter­däm­merung dirigieren. Dabei hat sein Welten­brand längst begonnen. Jetzt haben fünf Künst­le­rinnen in einem öffent­lichen Brief weitere Vorwürfe erhoben. Die Mächtigen verstehen derweil die Welt nicht mehr.


    29. Juli 2018

    Michael S. Zerban

  • Die Kunst des Scheiterns

    Drei Tage vor Proben­beginn für sein Rollen­debüt als Lohengrin in Bayreuth hat Tenor Roberto Alagna sein Engagement abgesagt. Die Opernwelt reagiert mit den üblichen Reflexen. In der Tages­presse ist von Mini-Skandal und Skandal die Rede. In den so genannten sozialen Medien hagelt es Hass, Unkenntnis und Liebes­er­klä­rungen der Anhänger des Sängers.


    2. Juli 2018

    Michael S. Zerban

  • Die Schwierigkeit der Förderung

    Die Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Kommunen eine Aufsto­ckung ihrer Förderung um 30 Millionen Euro bis 2022 versprochen. Das klingt einfacher, als es ist. Jetzt hat Kultur- und Wissen­schafts­mi­nis­terin Isabel Pfeiffer-Poensgen erklärt, wie das Geld aufge­teilt werden soll. Die vorge­stellte Lösung klingt nach einem guten Kompromiss.


    31. Mai 2018

    Michael S. Zerban

  • Überfällige Vernetzung

    Am 16. April fand die konsti­tu­ie­rende Versammlung des Rates der Künste im Plenarsaal des Düssel­dorfer Rathauses statt. Künftig wollen alle Kultur­schaf­fenden in der Landes­haupt­stadt an einem Strang ziehen. Ein Signal für andere Städte oder nur ein weiteres Gremium zur Nabel­schau? Die kommenden zwei Jahre werden es zeigen.


    17. April 2018

    Michael S. Zerban